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Ms. Fisher | Wiksten Tova | :: spezial :: Webstoffe

Meine zaghaften Einleitungen zu den bisherigen Beiträgen zu diesem :: stoffbüro :: spezial :: Webstoffe ließen gelegentlich durchblicken, dass sich unter den Beiträgerinnen auch solche finden, bei denen ich zuerst befürchtete, sie würden mit einer Zusage lange hadern – selten sah man Webstoffe in ihren Blogs, und selbst beschrieben sie sich als „Jerseytypen“. Und dann gab es diejenigen, bei denen ich beinahe selbst gewagt hätte, den Wunsch-Schnitt direkt mit einzutragen. Die „Wiksten Tova“ habe ich wohl zum ersten Mal überhaupt bei Sindy gesehen – an einem 15. Mai. Und zum zweiten Mal dann – bei Sindy. Am 30. Mai, zwei Wochen später. Das muss ein Lieblingsschnitt sein! Umso mehr freue ich mich über Deinen Beitrag, liebe Sindy! – mit viel Begeisterung für und Erfahrung mit diesem Schnitt zwischen den Zeilen.

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Ich muss gestehen, Webstoffe sind meine heimliche Leidenschaft. Ich mag die Genauigkeit, mit der man arbeiten kann und den wunderbaren Fall. Webstoffe sind immer ein bisschen eleganter und trotzdem sportlich, wenn man es mag.

Auch mein Weg führt, wie bei Frau Gold, ganz langsam zu einem Kleiderschrank mit ausschließlich Webware. Wie schön, dass ich bei Catrins inspirierender Reihe dabei sein darf und meinen derzeitigen Lieblingsschnitt vorstellen kann.

Die Wiksten Tova nähte ich schon vor einigen Monaten in der Schwangerschaft das erste Mal. Damals in Größe L. Mittlerweile haben sich meine Proportionen zum Glück wieder gefunden und meine geliebte Tova hängt wie ein Sack an mir. Dabei trage ich den Schnitt wirklich gern. Er ist zwar weit, aber nicht zu sehr. Für mich noch genau das richtige Maß. Ms. Fisher | Wiksten Tova

So wählte ich einen Stoff aus dem :: stoffbüro ::, um den ich schon lang herum schleiche. Ein etwas kräftiger, wunderbar weicher Baumwollstoff. Dezentes Muster mit dem gewissen Etwas. Erst war ich ein wenig ängstlich, ob er denn zu steif sein würde. Zum Glück bestätigte sich die Befürchtung nicht. Er passt perfekt.

Ich würde sogar sagen, er passt noch viel besser als ein leichterer Stoff. Ms. Fisher | Wiksten Tova

(Stoff: Stof :: Perlenschnüre grau/weiß.)

Da Weiß eigentlich nicht zu meinem Farbtyp passt, wählte ich passend zum grauen Muster dunkelgraue Belege an Ausschnitt und Ärmeln. Dazu ein passendes Tuch und das Weiß kann mir nichts anhaben.

Ms. Fisher | Wiksten TovaNormalerweise trage ich Größe S/M. Da meine erste Tova in Größe L sehr groß ausfiel, maß ich nochmals nach und wagte mich an eine XS. In dieser Größe musste ich nichts verändern. Sie passt wie angegossen. Einzig die Ärmelbündchen könnten einen Tick weiter sein.

Ms. Fisher | Wiksten Tova

Ich kann den Schnitt wirklich sehr empfehlen. Man muss aber wirklich schauen, dass man lieber eine Nummer kleiner wählt. Ist sie nur ein kleines bisschen zu groß, wirkt sie schon sehr stark wie ein Sack. Ich fühle mich in der XS sehr wohl, auch wenn das An- und Ausziehen ein mühsam ist.

Vielen Dank fürs Organisieren, liebe Catrin! Ich habe schon mindestens zwei Schnitte gesehen, die ich auch noch unbedingt ausprobieren muss. Ganz vorn dran die Sophie

Liebe Grüße

Sindy

 

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pedilu bloggt | Burda-Tunika | :: spezial :: Webstoffe

Eine Weile schien es beinahe, als stünde die Nähmaschine im Hause pedilu still; dann aber war ein hübsches Louisa-Kleidchen zu sehen – ein wenig später eine verspielte Mara-Bluse. Und so fasste ich doch den Mut, pedilu mit in die Rundmail zu nehmen, die ich ganz zu Beginn der Organisation dieses :: stoffbüro :: spezial :: Webstoffe schrieb: Um festzustellen, dass sich meine Anfrage mit den gehegten Plänen bestens vereinbaren ließ. Umso glücklicher war ich nach dieser Zusage, als ich wusste, auf diese Weise für diese Beitragsreihe wiederum einen ganz eigenen Stil gewonnen zu haben, dem die Gratwanderungen gelingen: Für Kinder kindlich, aber nie kindisch. Für Mädchen rosa, aber nie kitschig. Für sich selbst: Gerne geblümt, aber nie überladen. Dazu noch, unbedingt: Eingefangen in wunderschönen Bildern. Ein herzliches Dankeschön an pedilu!

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Danke, liebe Catrin, dass ich bei deinem :: stoffbüro :: spezial :: Webstoffe :: mitmachen darf. Das war genau der richtige Anlass, um mal wieder etwas für mich zu nähen :.) pedilu bloggt | Burda-Tunika

Im Sinne der Aufbrauchphilosophie habe ich in meiner überschaubaren Schnittmustersammlung gewühlt und in der Sommerburda vom letzten Jahr einen einfachen Kleiderschnitt gefunden, der sich gut zur Tunika umändern lässt: Burda 6/2013, Kleid 133.

pedilu bloggt | Burda-Tunika

 

Ich habe den Schnitt ein ganzes Stück gekürzt, etwas körpernäher ausgearbeitet und Kurzarm-Ärmelchen genäht. (Eine genauere Beschreibung der ganzen Änderungen findet ihr auf meinem Blog.)

pedilu bloggt | Burda-Tunika

 

Der Schnitt näht sich recht einfach – mit Ausnahme dieser mistigen, runden Säume! Gut ist, wenn man als Anfänger die Printausgabe der Burda hat, da hier das Modell in der »Nähschule für Einsteiger« ein klein wenig ausführlicher gezeigt wird.

pedilu bloggt | Burda-TunikaDas Streichelstöffchen mit der Blumenwiese ist perfekt für diesen Schnitt. Der Batist ist genau so flatterig, wie er für so eine Tunika sein muss.

pedilu bloggt | Burda-Tunika

 

Ich mag meine neue Tunika jedenfalls sehr! Etwas verspielt. Etwas erwachsen.

Und jetzt viel Spaß bei einer weiteren Woche „Webstoffe-Spezial“!

Eure

pedilu


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Frau Gold | „FrauFrida“ | :: spezial :: Webstoffe

Frau Gold war  sicherlich eine derjenigen Kandiatinnen, bei denen ich – gesetzt den Fall, eine Zusage zu erhalten für diese Gastbeitragsreihe zu Webstoffen – die Spalte „Wunschschnitt“ beinahe selbsttätig hätte ausfüllen können – und treffsicher. Den Schnitt, den sie vorstellt, näht sie hier nicht zum ersten, nein: zum vierten Mal!, und das aus gutem Grund. Dieser Schnitt und Frau Gold, das gehört zusammen. Ebenso gehört dazu eine nahezu aphoristische Reflexion über das Nähen und das Genähte, über das Tragen und das Getragene. Diese ‚Aphoristik‘ entzieht sich in ihrer Prägnanz und leise lächelnd einer Zusammenfassung, wie ich sie dem Beitrag so gerne voranstellen möchte. Ich verlinke also, notwendig schlicht, auf den Post zu einer Bluse, die im Rahmen des Japan-Sew-Along im Frühjahr entstand: Viel schlichter umgesetzt als in der Buchvorlage. Dabei eben: Notwendig schlicht. Danke.

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Webstoff

Ich befinde mich auf dem Weg zum Kleiderschrank der ausschließlich Webstoff birgt.

Der Körper hat seine Form. Das ist klar. Der Webstoff behält seine Form – vom Knittern abgesehen. Also bildet der Körper im Webstoff sich nicht gänzlich selbst ab. Sondern wird nochmals plastisch umhüllt. Das mag ich. Frau Gold | "FrauFrida"

Manches Stück fertige ich eins ums andere Mal. So FrauFRIDA von fritzi / schnittreif.

Eine Bluse, ja. Aus Webstoff. Nicht körpernah, aber plastisch, in schöner, lässiger Form. Ein „Schlupfstück“, wie ich hier schon gelesen habe. Bestehend aus zwei Schnittteilen und vier Nähten, das Säumen ausgelassen. Heute zeige ich Teil vier meiner Kollektion!

(Ergänzt Teil drei, zwei und eins.) Frau Gold | "FrauFrida"

Ich hänge den grafischen Stoffen an, wobei dieser Schnitt ruft nach großformatigen Mustern. Durch die überschnittenen Ärmel- nichts wird angesetzt- kommt der Stoff zur Geltung in voller Höhe und Breite. (Jener übrigens aus dem Stoffbuero.)

Frau Gold | "FrauFrida"

Frau Gold | "FrauFrida"

Das kann jeder! Eine Overlock tut keine Not – ein weiterer Vorteil von Webstoffen. Meine steht direkt neben der Nähmaschine, also benutze ich sie auch zum versäubern, aber eigentlich verfolge ich den gegensätzlichen Ansatz: Lieber einen dehnbaren Stoff ordentlich mit Nähmaschine verarbeiten können – so wird das Handwerk geschult.

Frau Gold | "FrauFrida"

Die Stoffe die ich bisher für das Modell verarbeitet habe, fallen alle sehr unterschiedlich. Obwohl weder das sehr starre, fest gewebte Textil noch die seidig leichte Faser dabei ist.

Ich mag den Eindruck aller! (Und plane noch so manche ergänzende FrauFRIDA.)

Frau Gold | "FrauFrida"

 

Genauso für möglich halte ich es allerdings im Rahmen dieser schönen Reihe, von Catrin initiiert, vom eigentlichen Plan abgehalten zu werden durch ausschweifende Inspiration! 🙂

Aufs herzlichste grüßend- alsdenn, alsbald* Frau Gold

 


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Spunkynelda | Vogue 8772 | :: spezial :: Webstoffe

Leene von „Spunkynelda“ zu einem Webstoff-Spezial einzuladen, mag dem, der ihren Blog kennt, widersinnig erscheinen: Die Covernaht-Perfektionistin in einer Blusenreihe? Die Biojersey-Queen, deren Denke ein so unvergleichliches, den Jersey geradezu durchdeklinierendes Schnittmuster wie „Marika“ (E-Book >> hier) entsprungen ist? Gleichzeitig mag der, der ihren Blog kennt, sich gerade Leene in einer solchen Reihe wünschen: Mag sich ihre Stylingtipps und -reflexionen wünschen, mag sich ihre stilsichere Stoff- und Schnittwahl wünschen. Und nicht zuletzt: Ihre Fotos. Mein größter Dank, liebe Leene, dass Du dabei bist! – Und was ich mir dafür anhören musste (und durfte), könnt Ihr unten nachlesen…

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Eine Stunde bevor ich DACHTE meine neue Bluse, DIESE Bluse, diese eine welche neue, erste je von mir genähte Bluse, wird gleich fertig sein, schrieb ich meiner Lieblingsstoffdealerin Catrin eine Mail und ich weiß es genau, da stand drin: „Ich weiß nicht, ob ich dich jetzt lieben oder anschreien soll!“ Ja, Catrin heute ist es soweit, ich gehe ins Gericht, ziehe ein Fazit und das vor versammelter Mannschaft 😉

Spunkynelda | Vogue 8772

Spunkynelda | Vogue 8772

Wie Du, liebe Catrin,  habe auch ich vor 5 oder 6 Jahren ausschließlich mit Webstoff das Nähen gelernt. Klingt jetzt völlig abgehoben, aber „damals“ hieß es noch, Jersey-nähen wäre vooooooll schwer und eine Overlock gehörte nicht zum Einsteiger-Equipment. Heute ist es umgekehrt, frau erlernt das Nähen mit einer Overlock und durch Jerseyshirts für den kleinen Spunk und Boah! Webstoffnähen, Blusennähen ist „hohe Kunst“ und erntet ordentlich Respekt.  Na dann wollen wir mal.

Spunkynelda | Vogue 8772

Ich wollte einen Klassiker, einen Businesslook, eine Bluse mit Kragen, Manschetten und echten Knopflöchern und verliebte mich in diesen Schnitt: „Vogue 8772 Bluse„. Kennt ihr nicht? Kannte ich auch nicht. Papierschnittmuster! Hauchdünnes, pergamentpapierähnliches Papierschnittmuster! Butterbrotpapier mit einer geringen Lebensdauer und einer hunderseitigen Anleitung auf deutsch und englisch, die aber auch auf chinesisch sein könnte, weil Nähfachlateinisch kann auch genauso gut dann chinesisch sein. Spunkynelda | Vogue 8772

Stoff? Stoff! Spunkynelda-Leser wissen schon von meiner Unart, ausschließlich Bio-Stoffe zu vernähen. Die Philosophiefrageantwort warum und weshalb verschiebe ich mal, klar war: eine Bluse aus Bio-Stoff ohne Plastikfaseranteil, Polyester und wie sie alle heißen – unmöglich. CAAAAAAAAAAAAtrin! (Nun weiß auch ich, das Batist DER Blusenstoff ist. Traum!)

Spunkynelda | Vogue 8772(Stoff: Bio-Batist uni petrol.)

Ganze sieben Stunden später darauf dann die Mail an Catrin. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt geahnt, dass ich noch weitere sieben Stunden an der Bluse arbeiten werde, wäre ich wohl ins Auto gestiegen, um dich persönlich anschreien zu können, aber nun da alles im Kasten ist, folgten die Worte „Ich werde nie wieder eine Bluse kaufen! Ich liebe dich!!!“

Das Erfolgserlebnis nach dieser Tat ist so berauschend und es ist soo fantastisch, wenn am Ende jeder Millimeter aufeinander passt und man völlig übertrieben gesagt und doch so gemeint,  ein maßgeschneidertes, an den eigenen Körper selbst angepasstes Kleidungsstück trägt aus BIO-Batist. Hallo, wie g* ist das denn? B-e-r-a-u-s-c-h-e-n-d! Spunkynelda | Vogue 8772Du bist Nähanfänger? Ich auch! Ich habe das erste mal angefangen eine Bluse zu nähen. Von mir gibt es da keine Empfehlung oder Schwierigkeitslevel. Frau wurschtelt sich da eben so durch und hinterher ist sie schlauer und dann wird noch eine genäht und dann ist sie noch schlauer 😉

Ich gebe nur einen Tip bevor ich wieder zurück nach Hause gehe: bevor ihr diese geliebten, fiesen kleinen Abnäher näht, googelt es. Es gibt sogar ein Dawanda-Nähschule-Video zu diesem Thema.  (*räusp Hätte ich das vorher getan, hätte diese Bluse jetzt keine Brusttaschen, die eigentlich nicht im Schnitt vorgesehen waren :-))

Spunkynelda | Vogue 8772

Liebe liebe Catrin, danke dass du mich mit deiner Idee zu diesem Webstoff Special zu Höchstleistungen animiert hast, ohne dich hätte ich wohl niemals meine erste Bluse genäht.


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„Mathilde“ | :: spezial :: Webstoffe

Zum heutigen „RUMS“ reihe ich mich mit einem eigenen Projekt ins :: stoffbüro :: spezial :: Webstoffe ein, das seit Montag läuft: Wer nicht ohnehin schon dran ist, sei herzlich eingeladen, sich >> hier << durch die bisherigen Beiträge zu klicken – und natürlich: für die kommenden Gastposts mit dabei zu sein! Noch bis Sonntag in anderthalb Wochen erwartet Euch hier beinahe täglich ein Beitrag einer Gastbloggerin, die Euch einen Schnitt für Webstoffe vorstellt: Elke und Marie waren schon an der Reihe, und ich freue mich auf all die, die noch kommen!

Meine eigene Suche nach geeigneten Schnittmustern für diese Reihe kannte einige Höhen und Tiefen – und mehr als ein verworfenes Probemodell. Umso erleichterter war ich, als ich – über verschiedene Umwege – auf die Schnittmuster des englischen Indie-Labels „Tilly and the Buttons“ stieß, genauer: Auf die Bluse „Mathilde“.

"Tilly and the Buttons" | "Mathilde Blouse"

Ein schlichter, femininer Schnitt mit raffinierten, wohlgesetzten Details – hier alltagstauglich zu Jeans, macht sie sich sicher mit dem entsprechenden Kombistück auch eleganter gut.

"Tilly and the Buttons" | "Mathilde Blouse"Die Stoffempfehlung verweist wieder auf das berühmte „drape“ – also: Etwas Fließendes solle es sein, nicht zu schwer, durchaus glatt. Ich habe mich für einen leichten Bio-Batist in Uni Dunkelrot entschieden: Ein allzu großes Muster würde wohl die feinen Details schlucken; ein schwererer Stoff – vielleicht schon die klassische Hemdenpopeline – würde die sehr weiten, zum Bündchen eingekräuselten Puffärmel zu wuchtig wirken lassen.

"Tilly and the Buttons" | "Mathilde Blouse"Mit den Maßen lag ich zwischen zwei Größen, dabei etwas näher an der kleineren, für die ich mich also entschieden habe. Die Bluse sitzt für mein Gefühl wunderbar, auch am Abnäher war nichts zu ändern. Prinzipiell würde ich also sagen: Der Schnitt fällt den Maßen entsprechend aus – ein Probeteil lohnt sich aber allemal, denn so habe ich mich auch für eine Verlängerung um ca. 2cm entschieden.

Geschlossen wird die Bluse übrigens per Knopfleiste im Rücken – was aber keinesfalls zu Verrenkungen führt, denn ich kann bequem rein- und rausschlupfen mit nur einem geöffnetem Knopf, dem obersten nämlich.

"Tilly and the Buttons" | "Mathilde Blouse"Vor allem aufgrund der Knopfleiste, und wegen der erforderlichen Genauigkeit bei den Biesen ist dies wohl kein Projekt für blutige Nähanfänger – so sollte man eine Mischung aus Näh- und Englischkenntnissen mitbringen, denn die Anleitung liegt nur auf Englisch vor. Sie ist ergänzt um Online-Tutorials auf Tillys Blog – beispielsweise zu den „French seams“, den französischen Nähten, die der Bluse auch innen ein sauberes Erscheinungsbild geben:

"Tilly and the Buttons" | "Mathilde Blouse"Ich muss zugeben – ich war zunächst skeptisch ob des Mehraufwandes, bin nun aber, gerade bei diesem recht feinen Stoff, mehr als überzeugt von dem Verfahren: Keine versäuberte Kante, die sich durchdrücken würde!

Wie gefällt Euch „Mathilde“? Klickt Euch doch mal durch Tillys Seite – mögt Ihr den Stil?

Wenn ja, dann habe ich noch etwas für Euch – denn mit auf den Nähtisch lag ein Buch, das eines jener oben genannten Umwege war, dessen Erscheinungstermin für diese Beitragsreihe aber zu knapp war:

Tilly Walnes, "Liebe auf den ersten Stich" / "Love at first stitch"Tilly Walnes‘ Love at first Stitch gibt es nun auch auf Deutsch, als Liebe auf den ersten Stich. Mein Exemplar liegt bereits hier und wird fleißig durchforstet – denn nach dieser Beitragsreihe möchte ich Euch das Buch detailliert vorstellen. Wer aber dem englischsprachigen Schnittmuster zur „Mathilde“ skeptisch gegenübersteht, der kann ja nun schon einmal reinblättern: Die Anleitungen sind sämtlich gut bebildert und verständlich geschrieben.

Morgen geht es an dieser Stelle weiter mit Leene von Spunkynelda: Ich bin gespannt, womit sie uns überraschen wird!


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Pulsinchen | Longbluse (Burda)| :: spezial :: Webstoffe

Ob ich dem Gastbeitrag einleitende Worte voranstellen würde, fragte mich Elke erst gestern noch. Nun – es gehört sich doch, Gäste vorzustellen. Auch dann, wenn es wirklich schwer fällt: Wenn es beispielsweise schwer fällt, in wenige, prägnante Worte zu fassen, was ihren Blog „Pulsinchen“ charakteristiert, doch wenigstens in meiner persönlichen Perspektive. Ich würde wohl sagen: Forscherdrang – Experimentierfreude – Hartnäckigkeit – Humor, unbedingt. Seien es ihre faszinierenden Ergebnisse mit Inkodye, sei es ihr selbstauferlegtes einjähriges Kaufklamotten-Verbot, seien es ihre eigenen Schnittmuster oder die im Blog begleitete Farb- und Stilberatung: Immer scheint es doch um ein Sich-Einlassen-Auf-Neues zu gehen, um unbekanntes Terrain, dessen Erkundung penibel dokumentiert wird, mit Witz, und: mit einem begabten jungen Fotografen im Team. Ich freue mich sehr, dass sie sich auch auf dieses Experiment eingelassen hat und wünsche Euch viel Freude an ihrem Beitrag zum :: stoffbüro :: spezial :: Webstoffe: Es geht um eine Longbluse aus der September-Ausgabe 2014 der Burda.

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Kennt ihr diese Weisheit, dass das Leben erst richtig spannend wird wenn man seine Komfortzone verlässt? Pulsinchen | Burda-Longbluse

Dann, wenn man etwas tut, was außerhalb des vertrauten Radius liegt, etwas, was man sonst nicht tun würde. Wie zum Beispiel in einer Halfpipe herumrutschen, wenn man vom Skaten keine Ahnung hat.

Oder wenn man zum ersten Mal einen Artikel auf einem anderen Blog veröffentlicht.

Die Bequemlichkeitszone des eigenen Blogs habe ich also gerade verlassen und darf euch heute hier im Stoffbüro in der Reihe “Webware Spezial” über mein neuestes Nähprojekt berichten. Ich weiß, dass manche Leser mich schon kennen, aber viele auch nicht. Ich hoffe, ich kann euch ein bisschen unterhalten und Lust auf das Schnittmuster machen. Danke, liebe Catrin, für dein Vertrauen und die Einladung zu diesem Spezial!

Naturgemäß findet man im und um das Stoffbüro hauptsächlich Stoffe aus hochwertigen Biomaterialien. Bei mir geht es heute trotzdem mal in die andere Richtung, denn als ich vor kurzem bei Hüco im Lager stand, fiel mir ein dunkelblauer Metallicstoff in die Hände und da blieb er auch. Bis meine 2 m abgeschnitten und in meiner Tüte gelandet waren. Welcher Teufel mich da geritten hat? Wer soll das bitteschön nähen und dann auch noch anziehen?

Pulsinchen | Burda-Longbluse

Pulsinchen | Burda-Longbluse

Wie es der Zufall so wollte, begegnete mir in der September-Burda „die Kutte“ und damit hatten sich diese Fragen auch sofort erledigt.

Schade, dass beim Stoffkauf nicht auf mögliche Nebenwirkungen beim Nähen hingewiesen wird. Der Stoff franselte so stark, dass innerhalb kürzester Zeit 2 cm der Saumzugabe verschwunden waren! Einfach weg…

So im Nachhinein betrachtet hätte ich die Kanten wohl verkleben müssen um das Franseln zu verhindern. Der Saum sollte laut Anleitung zweimal umgeschlagen und dann festgesteppt werden. Overlocken fiel also weg. Das mit dem zweimal umschlagen war zum Schluss nur noch mit viel Mühe und mäßig schöner Naht möglich. Aber der Glanz lenkt ja zum Glück von den Nähten ab.

Pulsinchen | Burda-Longbluse

Der Schnitt ist nicht so schnell genäht wie die “Sophie”, die Marie gestern gezeigt hat. Aber zum Glück gibt es zur Longbluse Nr. 115 eine bebilderte und verständliche Anleitung im Heft. Das war für mich auch ein Argument, diesen Schnitt zu nähen. Die reinen Textanleitungen in der Burda sind ja meist erst nach mehrmaligem Durchlesen zu verstehen.

Ich freue mich, dass meine Longbluse doch kein Kostüm geworden ist, auch wenn sie durch den Stoff futuristisch anmutet. Denn nachdem die Kapuze fertiggestellt war, hatte ich das Gefühl, die Macht sei mit mir und wollte schon die Lichtschwerter aus der Waffenkiste holen. Pulsinchen | Burda-Longbluse

Ich kann mir das Teil tatsächlich auch gut in einem sehr groß gemusterten Stoff vorstellen. Die Arbeit lohnt sich definitiv, denn an sich ist der Grundschnitt nicht kompliziert. Es gibt nur Abnäher in der Kapuze, da kommt es dann auch nicht auf den Millimeter an. Ansonsten ist die Bluse gerade geschnitten und kann dadurch leicht verlängert oder verkürzt werden. Ich habe das Oberteil um 2 cm verlängert, dadurch ist der Tunnelzug auch weiter nach unten gerutscht, genau dahin wo meine Taille ist. Ansonsten habe ich nur die Ärmel um 4 cm verlängert.

Der Tunnelzug bringt die Bluse auf Figur und lässt sich je nach Appetit auch mal lockerer tragen. Sehr praktisch! Pulsinchen | Burda-Longbluse

Die Kapuze wird nicht gefüttert sondern mit einer Kappnaht versäubert und die vordere Kante zwei Mal nach innen umgeschlagen und dann abgesteppt, so dass sie von innen schön sauber aussieht. Das gefällt mir. Eine ähnliche Verarbeitung habe ich schon mal bei einem Sommershirt gemacht. Mir ist das Füttern der Kapuze bei einem Tshirt immer zu viel Stoff, zu schwer.

Beim Abpausen des Schnittes habe ich einige Markierungen übersehen. In diesem Burda-Linienwald passiert mir das immer. Das hält natürlich später beim Nähen ganz schön auf. Wer den Schnitt auch gerne nähen möchte, dem empfehle ich, in die Downloadversion zu investieren. Pulsinchen | Burda-LongbluseMein persönliches Fazit:

Pro

  • keine aufwändigen Passformänderungen notwendig, da keine Abnäher an Brust und Taille
  • variabler Tunnelzug bringt die Bluse in Form
  • gemütlich, mit viel Bewegungsfreiheit
  • durch die Verwendung von Webstoffen wirkt der sportliche Schnitt edler als ein vergleichbares Stück aus Sweat oder Jersey
  • man kann gut noch ein schmales Shirt darunter tragen

Contra

  • Blende, Kapuze und Tunnelzug erfordern etwas Näherfahrung
  • näht sich nicht an einem Abend

Würde ich den Schnitt noch einmal nähen? Ja, auf jeden Fall! Ich mag ihn sehr. Ich mag aber auch grundsätzlich Teile mit solchen Details wie Riegeln, Knopfleisten, Ösen etc. Beim nächsten Mal werde ich die Nahtzugabe an der Blende genauer beachten. Denn das Jeansschildchen ist ein (großer) Fehlerverstecker. Ähem.

Pulsinchen | Burda-Longbluse

Die ungewöhnlichen Fotos verdanke ich meinem siebenjährigen Sohn, mit dem ich durch die Halfpipe gerutscht bin. Die besondere Herausforderung war, dort auch wieder herauszukommen, besonders für die Kleine.

Und ihr? Näht ihr gerne Kleidungsstücke mit vielen Details oder mögt ihr es lieber, wenn ein Teil schnell fertig genäht ist und ihr euch dem nächsten zuwenden könnt? Ich mag jetzt beides!

Viel Spaß beim Nähen,

Elke


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MarieGemachtes | „Sophie“ | :: spezial :: Webstoffe

Ob Marie ein wenig mulmig zumute ist, den Anfang zu machen beim :: stoffbüro :: spezial :: Webstoffe – das weiß ich nicht, naja: Ein wenig aufgeregt sei sie, schreibt sie. Mir jedenfalls ist es eine große Freude, sie zu Gast zu haben, und sie noch dazu mit einem meiner Lieblingsschnitte hier an die erste Stelle setzen zu dürfen: Einem Schnitt, den ich nur zu gern an sie „abgetreten“ habe. Schlicht und sportlich, ohne langweilig zu sein – das scheint mir doch in Maries Schnittbeuteschema zu passen. Wobei – sie kann auch ganz anders: Sie kann schicke Kleider ebenso wie hübsche Kindersachen. Aber sie kann eben auch „Sophie“, und das zeigt sie Euch heute, hier: Vielen Dank, Marie!

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Als ich die Einladung zum :: stoffbüro :: spezial :: Webstoffe :: bekommen habe, habe ich mich riesig gefreut, denn das war für mich ein perfekter Anlass, mich endlich mit einem Blusenschnitt zu befassen, den ich schon seit einem halben Jahr im Kopf habe. MarieGemachtes | "Sophie" (Schnittchen)

„Sophie“ von Schnittchen habe ich das erste Mal gesehen, als Catrin sie zum Nähcamp in Berlin trug. Schlicht und schick. Schön gefunden habe ich „Sophie“ sofort, allerdings konnte ich mir nicht vorstellen, wie ein Oberteil aus Webware ohne Knöpfe oder Reißverschluss auskommen kann. Würde ich mich nicht völlig ungelenk rein- und wieder rauszwängen müssen? Würde ich mir beim Anziehen nicht jedes Mal die Frisur ruinieren? Catrin schwor schon bei der ersten Nachfrage, dass es sich um ein sehr bequemes und völlig unkompliziertes Kleidungsstück handelt, welches man sogar noch recht schnell nähen kann. MarieGemachtes | "Sophie" (Schnittchen)

Sie hat Recht gehabt. Die einzige Schwierigkeit bei dem Schnitt liegt in meinen Augen in der Ermittlung der richtigen Größe. Entsprechend der Maßtabelle lag ich bei allen drei Maßen deutlich über denen der 36, die ich für Oberteile normalerweise trage. Daher habe ich mich bei meinem Probeteil vor zwei Wochen auch für eine 38 entschieden. Ihr wisst schon, keine Dehnbarkeit und so…

Die war aber viel zu groß. Die neue Version ist eine 36 und sitzt viel besser. Möglicherweise würde ich zumindest das Rückenteil bei einer nächsten Sophie noch etwas enger ausschneiden, aber so ist sie schon sehr bequem. An- und Ausziehen verläuft ohne Probleme und der herrliche Stoff ist ein wahres Highlight in meinem vorwiegend naturfarbenem Kleiderschrankinhalt. MarieGemachtes | "Sophie" (Schnittchen)

(Stoff: Bio-Popeline „Dolden“ fuchsia.)

Ich bin mit meiner „Sophie“ sehr glücklich, weil sie mal eine Abwechslung zu den alltäglichen T-Shirts darstellt. Jetzt im Spätsommer kann man sie prima zu Jeans tragen, im nächsten Sommer kann ich sie mir auch zu einem weißen Bleistiftröckchen vorstellen.

MarieGemachtes | "Sophie" (Schnittchen)

Mein Fazit: Ein Probeteil lohnt sich wahrscheinlich für die Ermittlung der Größe, ansonsten kann man mit diesem Schnitt nichts falsch machen. MarieGemachtes | "Sophie" (Schnittchen)

Ich bin schon uuunheimlich gespannt, was wir in den nächsten Tagen noch alles zu sehen bekommen und freue mich, liebe Catrin, über die Einladung zur Teilnahme, die Motivation zur Schnittwahl und den tollen Stoff, der sich wunderbar trägt und verarbeiten lässt.

Habt’s schön, Marie.