:: stoffbüro ::

blog


4 Kommentare

„Flüügzüüg“ (Tutorial)

Als ich auf Instagram um Hilfe bat bei der Namensfindung für das Halbdreh-Volant-Mädchenröckchen, das ich Euch heute zeigen möchte – schlug Kathrin das schweizerdeutsche „Flüügzüüg“ vor, für „Fliegding“, „Fliegzeug“. Dieser Vorschlag machte das Rennen, und ich bedanke mich herzlich bei Kathrin und allen, die mitgegrübelt haben!

Schließlich fiel mir aber erst beim Hochladen der Bilder für diesen Beitrag auf, wie gut das „Flüügzüüg“ zum gesamten Outfit passt…

Flüügzüüg

(Stoffe: Bio Jersey Streifen Aqua/Off-White, Kokka :: Trèfle, Blumen blau/grün, Double Gauze.)

Für das Stoffbüro recht ungewohnt in Blautönen also ist hier ein Ensemble entstanden aus Langarm-Shirt und Double-Gauze-Röckchen. Der Schnitt des Shirts ist „kleinFanö“ von Schnittreif, der hier wegen seiner hübschen Passform zum Standard-Schnitt für Mädchenshirts geworden ist.

FlüügzüügDie Applikation ist von einem mittlerweile ausrangierten Lieblingsshirt abgeguckt; ich habe dafür Jersey- und Webstoffreste verwendet, darunter einen leichten Batist, damit die Applikation mit ihrer Mehrlagigkeit nicht zu steif und dick wird. Außerdem habe ich, aus demselben Grund, auf Vliesofix verzichtet, sondern nur Stickvlies untergelegt, die Teile mit vielen Nadeln aufgesteckt und mit Geradstich und Obertransport aufgesteppt.

FlüügzüügDie applizierten Webstoffe fransen mit den Wäschen ein wenig aus, so dass das Motiv nicht so „clean“ bleibt und ein wenig an „Used-Charme“ gewinnt. Die Fühler des Schmetterlings sind auch mit der Maschine aufgestickt.

FlüügzüügNun aber zum Rock, denn dafür habe ich eine Anleitung für Euch parat!

Mädchenrock „Flüügzüüg“

Mädchenröcke nähe ich am liebsten und schnellsten mit Gummibund und nach einfachen, individuellen Maßen. Viele Anleitungen für verschiedene Modelle findet Ihr zum Beispiel bei „Dana made it“. Der Mädchenrock „Flüügzüüg“ besteht aus zwei Teilen – einem oberen, gerade geschnittenen Teil mit Gummizug, und einem angesetzten Volant in Viertelkreisform.

FlüügzüügSo ist „Flüügzüüg“ ein schwungvoller Dreh-, Flieg-, Tellerrock, und gleichzeitig ein wenig kompakter, mit etwas weniger Stoff obenrum. Das trägt bei dickeren Stoffen, die nicht so locker fallen (Jeans, Cord), weniger auf. Ursprünglich nämlich war ich auf der Suche nach einem Schnitt für ein Jeansröckchen, das ausreichend Bewegunsgfreiheit lässt, aber gleichzeitig nicht wuchtig wirkt. Auch einen solchen Jeansrock gibt es hier bereits, den aber zeige ich Euch ein andermal. Für dieses Ensemble sollte es der geblümte Double Gauze aus Japan sein, und die Kamera hat das Nähen begleitet.

Ihr braucht:

  • Stoff, Verbrauch je nach Stoffbreite und Größe (hier 70cm bei 110cm Stoffbreite für ca. Gr. 122)
  • Gummiband, ca. 4cm breit
  • evtl. Schrägband zum Säumen

Schnitt:

Euren individuellen Schnitt könnt Ihr ganz schnell und einfach auf Papier zeichnen. Der Rock besteht aus vier Schnittteilen (zwei identische Oberteile für vorne und hinten, zwei identische Volants für vorne und hinten). Die Maße der Schnittteile errechnen sich aus der Taillenweite des Kindes und der gewünschten Rocklänge. Der Einfachheit halber habe ich die Berechnung der Schnittteile in einem PDF zusammengefasst: *klick*.

Ober- und Unterteil des Rockes haben jeweils halbe Rocklänge, wobei beim oberen Rockteil noch der Gummizug hinzukommt. Die Weite errechnet sich aus der Taillenweite. Die rechteckigen Oberteile sind rasch gezeichnet.

(1) Um die Volants in Viertelkreisform zu zeichnen, könnt Ihr Euch einen Zirkel mit Stift und Schnur basteln. Der kleinere Radius (r1) errechnet sich aus der Breite eines Oberteils, die Formel findet Ihr in dem PDF. Für den größeren Radius (r2) addiert Ihr einfach die halbe Rocklänge zu r1.

Flüügzüüg

(2) (3) Zuschneiden: Zwei Oberteile und zwei Volants anhand der erstellten Schnittteile, zzgl. NZ.

(4) Nähen: Zunächst werden die Volants jeweils einzeln an die Oberteile angesetzt. Wenn Ihr richtig gerechnet habt, ist die gebogene Linie des Volants genauso lang wie die gerade Linie des Oberteils.

Flüügzüüg(5) Die Nahtzugabe nach oben bügeln und evtl. absteppen. Seitennähte schließen.

(6) Den Tunnel für den Gummizug nähen, also NZ einschlagen und einmal die Gummibreite umschlagen und einen Tunnel steppen. Gummi durchziehen, anpassen, Öffnung schließen. Ich steppe solche Bundgummis an den Seitennähten gerne senkrecht fest, so können sie sich nicht verdrehen und die Weite bleibt schön verteilt.

(7) Zum Säumen eines Tellerrocks hat sich Schrägband bewährt: Das Schrägband rechts auf rechts mit etwas Zug an den Rocksaum nähen, nach innen umschlagen, Oberkante des Schrägbands einschlagen und von links absteppen.

FlüügzüügUnd fertig ist das „Flüügzüüg“!

Flüügzüüg

ich wünsche Euch viel Freude mit der Anleitung – und freue mich über eine Nachricht, wenn Ihr ein „Flüügzüüg“ genäht habt!

Hinweis:

Die Nutzung meiner Bilder ist ausdrücklich untersagt. Die kostenlosen Anleitungen und Schnittmuster sind ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt; eine kommerzielle Nutzung bedarf meiner Zustimmung. Für eventuelle Fehler der Anleitungen kann keine Haftung übernommen werden.


16 Kommentare

Kladdenzeit (Anleitung!)

Weiter geht es mit der Geschenke-Reihe: „Alle Jahre wieder?“ hieß im vergangenen Spätherbst ein Post, dieser hier könnte wieder so betitelt sein. Denn Notizbuchhüllen entstehen hier eben jährlich, und so ist die Vorweihnachtszeit im :: stoffbüro :: Turnbeutelzeit wie Kladdenzeit. Und nachdem ich mich bei der Präsentation jener Hefthüllen regelmäßig über nette Kommentare und eifrige Nachfragen zur Machart freuen durfte, habe ich diesmal mitgeschrieben und mitfotografiert.

Notizbuchhülle

Also zeige ich Euch nun anhand dieser Kladde, wie’s gemacht wird. Alle Maße und Arbeitsschritte betreffen genau dies Exemplar – mit Druckknopf-Verschlussriegel:

Notizbuchhülle

… im vorderen Umschlag mit Stiftefach und Kartenfächern, in denen auch noch ein kleiner Block Platz findet:

NotizbuchhülleNotizbuchhülle

… und im hinteren Umschlag mit einem zusätzlichen Einsteckfach:

Notizbuchhülle

Die Hülle passt für ein Heft in Größe DIN A5; bei der Innengestaltung (Stiftefach, Kartenfächer…) könnt Ihr natürlich nach Euren individuellen Bedürfnissen variieren.

Die Stoffe dieser Version stammen aus dem Shop: Michael Miller retro blau/türkis, Baumwolle uni petrol, Baumwolle uni türkis. Ebenfalls im Shop findet Ihr das benötigte Decovil und Vlieseline H250.

Und los.

Material:

NotizbuchhülleIhr braucht verschiedene Stoffe (Oberstoff, Innenstoff, Stoffe für die Klappen und die Fächer), Vlieseline H250, Decovil, einen Druckknopf, sowie die Vorlage für den Verschlussriegel, die Ihr in Originalgröße ausdruckt (Breite: 4cm).

Zuschneiden:

In den Maßangaben ist bereits eine Nahtzugabe von 1cm enthalten. Den Verschlussriegel schneidet Ihr nach der Vorlage zzgl. NZ zu, die Einlage wird ohne NZ zugeschnitten.

(1) Für die Außenseite der Kladde: 36x25cm. Aus Decovil: 34x23cm.
(2) Für innen: 36x25cm.
(3) Für die Einschübe: 4x aus Stoff, 16x25cm. 2x aus Vlieseline H250: 14x23cm.
(4) Stiftefach: 5x16cm. Kartenfächer: 34x13cm.
(5) Einschubfach in der hinteren Klappe: 2x aus Stoff, 16x16cm. 1x aus Vlieseline H250, 14x14cm.
(6) Verschlussriegel: 2x aus Stoff, zzgl. NZ. 1x aus Vlieseline H250, ohne NZ.

Notizbuchhülle

Einlage aufbügeln:

Bebügelt alle Teile, für die es lt. Zuschnittliste vorgesehen ist, mit der entsprechenden Einlage. Das Decovil kommt auf den Außenstoff, die Vlieseline H250 jeweils auf das Stoffstück, das später oben bzw. außen liegt.

Notizbuchhülle

Den Oberstoff und die Rückseite – also die beiden größten Stoffstücke – könnt Ihr zunächst beiseite legen. Wir beginnen mit der Gestaltung der inneren Umschlagklappen.

Stifte- und Kartenfächer:

Versäubert die Ober- und Unterkanten (die kurzen Seiten) der Stoffe für Stifte- und Kartenfächer. Die obere und untere Nahtzugabe dieser beiden Stücke wird umgebügelt und abgesteppt. Das Kartenfach wird dann nach diesen Maßen gefaltet (in Zentimeter; der 1cm am Beginn und Schluss der Reihe entspricht der NZ, die Ihr umgenäht habt): 1-10-12-4-6-1. Legt am besten das Stiftefach mit den umgenähten Kanten daneben – beide Teile müssen am Ende gleich hoch sein.

NotizbuchhülleDie beiden Teile werden (re. auf re.) aneinandergenäht, so dass das Stiftefach links liegt; NZ versäubern und auf die Seite der Kartenfächer bügeln. Nun auf der Außenseite der linken Umschlagklappe positionieren, und an der Unterkante und knappkantig neben der Naht zwischen Stifte- und Kartenfächern (auf der Seite der Kartenfächer) feststeppen. An den Seitenkanten festheften.

Notizbuchhülle

Die Außenseite des linken inneren Umschlags ist fertig! Jetzt näht Ihr sie an der rechten Kante (!) mit der entsprechenden Innenseite zusammen, wenden, knappkantig absteppen.

Hintere Umschlagklappe mit Einschubfach:

Außen- und Innenstoff des Einschubfachs an der Oberkante zusammennähen, wenden und knappkantig absteppen. Einschubfach Unterkante an Unterkante auf die Außenseite des inneren Umschlags legen und an den Seitenkanten und der Unterkante festheften. Nun auch hier diese fertig gestaltete Außenseite und die Innenseite re. auf re. aufeinandernähen (diesmal aber an der linken Kante!), wenden, knappkantig absteppen.

Notizbuchhülle

Verschlussriegel:

Die beiden Teile re. auf re. entlang der Außenkante aneinandernähen. Die kurze Seite bleibt offen. Nahtzugabe ein wenig aufbügeln, an der Rundung zurückschneiden.

NotizbuchhülleDen Riegel wenden, hübsch ausbügeln und an der Außenkante absteppen.

Notizbuchhülle

Fertigstellung Innenseite:

Die beiden Umschlagklappen heftet Ihr nun an den Außenkanten auf den Innenstoff der Kladde – also auf das große Stoffstück, das das Gegenstück zum Außenstoff ist. Den Verschlussriegel positioniert Ihr dabei mittig auf der rechten Seite (= Rückseite):

NotizbuchhülleDruckknopf anbringen:

Ihr bringt zuerst den Druckknopf am Verschlussriegel an und legt dann das Innenteil der Kladde auf den Außenstoff. Klappt die Kladde zusammen, zieht den Riegel raus und sucht die korrekte Position des Druckknopf auf der Außenseite. Der Riegel sollte nicht zu stramm sitzen, sondern ein wenig Spiel haben – denn die Kladde wird ja noch „gefüllt“:

NotizbuchhülleMesst am besten nach, ob Ihr mit der ermittelten Position in der horizontalen Mitte gelandet seid – und befestigt dann den Druckknopf auf der Außenseite:

NotizbuchhülleAußen- und Innenseite zusammennähen:

Außen- und Innenseite der Kladde werden re. auf re. aufeinandergenäht. Achtet darauf, dass beim Außenstoff Vorne und Hinten stimmen, so dass am Ende der Druckknopf dort liegt, wo er liegen soll! Ihr näht einmal rundherum. Unten bleibt eine Wendeöffnung (rot markiert), die mindestens 12cm lang sein sollte!

NotizbuchhüllePositioniert die Naht unmittelbar neben dem aufgebügelten Decovil:

NotizbuchhülleFertigstellung:

Die Nahtzugabe bügelt Ihr über die Kante des Decovil – so erhaltet Ihr nach dem Wenden eine saubere Außenkante.

NotizbuchhülleAn den Ecken die Nahtzugabe zurückschneiden:

NotizbuchhülleDie Kladde durch die Wendeöffnung wenden, Ecken und Kanten ausarbeiten, bügeln und einmal rundherum knappkantig absteppen – dabei schließt Ihr auch die Wendeöffnung. Und: Fertig! Herzlichen Glückwunsch und viel Freude beim Verschenken! (Oder Behalten.)

Notizbuchhülle

Hinweis:

Die Nutzung meiner Bilder ist ausdrücklich untersagt. Die kostenlosen Anleitungen und Schnittmuster sind ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt; eine kommerzielle Nutzung bedarf meiner Zustimmung. Für eventuelle Fehler der Anleitungen kann keine Haftung übernommen werden.


2 Kommentare

Froh und munter (Nikolausstrumpf)

Es beginnt wieder das alljährliche Nikolausstrumpf-Nähen – im vergangenen Jahr gab es dazu im :: stoffbüro :: eine kostenlose Anleitung. Der Ergebnisstrumpf wurde getestet, und als verbesserungsbedürftig eingestuft – so dass nun, voilà, ein neues, leicht verändertes Schnittmuster für Euch bereitliegt:

Nikolausstrumpf

Hier aus der weihnachtstauglichen Auswahl der Basic-Stoffe aus dem Shop: Blümchen rot/dunkelrot, Streifen beige/natur, Baumwolle uni off-whiteBaumwolle uni mittelgrün für’s Futter…

Nikolausstrumpf… und eine Lebkuchen-Figur des Gingerbread Jersey für die Applikation.

NikolausstrumpfDie Anleitung könnt Ihr >> hier << herunterladen; Ihr benötigt außerdem Volumenvlies. Das gibt’s jetzt übrigens auch im Shop, neben einer weiteren Auswahl an Bügeleinlagen – in der Kategorie „Zubehör & Kurzwaren“. Viel Freude beim Nähen – beim Befüllen, wie beim Ausräumen!


17 Kommentare

Eichhörnchen mit Stehkragen (Anleitung!)

Nach dem lila Eulen-Shirt gab es ein weiteres Jersey-Teil mit Stehkragen:

Eichhörnchen mit StehkragenRichtig festlich wirkt das Krägelchen. An der Überlappung vorne sind die Kragenteile abgerundet – die Überlappung ist ein wenig zur Seite versetzt und mit einer Schleife garniert:

Eichhörnchen mit Stehkragen(Vernäht wurden hier: Bio Jersey Eichhörnchen petrol, für den Kragen: Bio Jersey Eicheln petrol, Bio Bündchen uni kirschrot. Schnitt: Zweierlei von nEmadA.)

Ein kurzer Blick in den rückwärtigen Halsausschnitt – auch hier: Eicheln…

Eichhörnchen mit Stehkragen… und auf geht’s, in die Anleitung – denn diesmal habe ich, wie versprochen, mitfotografiert.

(1) Druckt Euch die >> Vorlage << aus, in Originalgröße. Die Streifen sind 4cm hoch.

(2) Auf der Vorlage seht Ihr die Streifen nicht in der endgültigen Länge – denn die müsst Ihr selbst ermitteln, je nach Halsausschnittweite. Dazu messt Ihr am Schnittmuster die Halsausschnittweite, ohne Nahtzugabe.

Eichhörnchen mit StehkragenHier ist der vordere Halsausschnitt also 26cm lang. Die Längen der drei Kragen-Teile berechnen sich nun folgendendermaßen (jeweils ohne Nahtzugabe, die müsst Ihr also beim Zuschneiden noch hinzuaddieren!):

a) Rückwärtiger Kragenteil: Länge des rückwärtigen Halsausschnittes MINUS ca. 1cm

b) Kragenteile vorne: Länge des vorderen Halsausschnittes MINUS ca. 1cm = benötigte Gesamtlänge. In meinem Fall wären das also 25cm. Diese 25cm teile ich in zwei ungleiche Stücke (9cm und 16cm), damit die Überlappung seitlich versetzt ist. Die Breite der Überlappung ist jeweils hinzuzuaddieren, zum Beispiel: 2cm. Also benötige ich für vorne ein Kragenteil von 11cm Länge, und ein zweites von 18cm Länge.

(3) Um die Kragenteile zuzuschneiden, müsst Ihr die Vorlage an der markierten Stelle so verlängern, dass die Unterkanten – die längeren Kanten – den ermittelten Längen entsprechen. Nahtzugabe kommt dazu – und so sieht das dann aus:

Eichhörnchen mit Stehkragen Eichhörnchen mit Stehkragen Eichhörnchen mit StehkragenAuf den Bildern könnt Ihr die Maße erkennen, die ich eben berechnet habe. (Der rückwärtige Kragenteil kann im Stoffbruch zugeschnitten werden.)

(4) Aus dem innenliegenden Stoff gegengleiche Teile zuschneiden:

Eichhörnchen mit Stehkragen(5) Nun werden die Kragenteile vom äußeren wie vom inneren Kragen aneinandergesetzt, Schulterkante an Schulterkante:

Eichhörnchen mit Stehkragen(6) Den äußeren und inneren Kragen rechts auf rechts an der Oberkante zusammennähen…

Eichhörnchen mit Stehkragen… wenden und bügeln:

Eichhörnchen mit Stehkragen(7) Dann setzt Ihr den Kragen an den Halsausschnitt an – eigentlich nicht sehr viel anders als ein normales Bündchen. Die Schulternähte von Shirt und Kragen sollten aufeinandertreffen; wer möchte, kann genauso einen Versäuberungsstreifen für den rückwärtigen Halsausschnitt mitfassen (auf dem Foto war der noch nicht mit drangesteckt):

Eichhörnchen mit Stehkragen(8) Beim Zusammennähen müsst Ihr vor allen Dingen bei der Überlappung darauf achten, dass alle Stofflagen gut mitgefasst werden.

Eichhörnchen mit StehkragenNun fehlt nur noch das Schleifchen: Dazu einen ca. 2,5cm breiten Streifen aus Single Jersey schneiden, an die Überlappung nähen, zum Schleifchen binden – kürzen und evtl. mit ein paar Handstichen fixieren, so dass die Schleife nicht mehr aufgezogen werden kann.

Fertig!

Eichhörnchen mit StehkragenViel Spaß damit! – Und wer möchte das mal für ein Damenshirt versuchen?…

 

Hinweis:

Die Nutzung meiner Bilder ist ausdrücklich untersagt. Die kostenlosen Anleitungen und Schnittmuster sind ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt; eine kommerzielle Nutzung bedarf meiner Zustimmung. Für eventuelle Fehler der Anleitungen kann keine Haftung übernommen werden.


3 Kommentare

Baby-Vertretung | Shirt-Baukasten

Das :: stoffbüro :: hat heute erneut die Ehre, für einen Moment die Baby-Vertretung zu übernehmen: bei Sindy nämlich, die sich nach der Geburt der kleinen Schwester des – nun wohl nicht mehr ganz so kleinen – Mädchens in die verdiente Blogpause zurückzieht.

Eine Ehre und ein Vergnügen ist es mir also, Euch direkt rüberzuschicken zu „Ms. Fisher“: Dort findet Ihr heute, aus der Feder des :: stoffbüro ::, ein Tutorial für Lagenshirts. So ergänze ich den Shirt-Baukasten, den ich mit einer Anleitung für die Schulter-Knopfleiste während Steffis Babypause beginnen durfte, um ein weiteres Steinchen:

Tutorial: Lagenshirts

Teil 1 und 2 des Tutorials findet Ihr also bei Sindy – als ich mich daran setzte, für ihren Nachwuchs ein entsprechendes Geschenkchen zu schneidern, bedurfte es aufgrund Materialmangels eines dritten Teils – einer dritten Variante und Möglichkeit, diesen Lageneffekt zu erzielen.

Als perfekter Kombi-Stoff für den Bambi-Jersey wurde der weiche Interlock eines großzügig bedruckten Shirts auserkoren, das, aus einer Überproduktion stammend, ursprünglich dazu bestimmt war, zum Putzlappen umgearbeitet zu werden – auf Umwegen gelangte es aber dennoch in meinen Stoffvorrat und sollte sodann einem anderen Zweck zugeführt werden: der untenliegende lange Ärmel sollte daraus geschnitten werden.

Tutorial: LagenshirtsLeider aber war der Druck zu groß, um zwei ganze Ärmel aus dem Shirt zu gewinnen. Los geht’s also mit Teil 3 des Tutorials: Lagenshirts…

(1) Vom langen Ärmel wird lediglich der untere Teil zugeschnitten, das heißt: der Teil vom Ärmelsaum bis zum Ärmelsaum des kurzen Ärmels. Das sollte so aussehen:

Tutorial: Lagenshirts

(2) Der kurze Ärmel ist im Falle dieses Shirts ein Puffärmel, der also an der Unterkante eingekräuselt werden muss auf die Breite des langen Ärmels an der Linie, an der die beiden Teile aufeinandertreffen. Außerdem müsst Ihr ein Bündchen für den kurzen Ärmel zuschneiden. Die Länge des Bündchens entspricht der Breite des Ärmels an eben jener Linie:

Tutorial: Lagenshirts(3) Auf ein Säumen des langen Ärmels konnte ich hier verzichten, weil ich beim Zuschneiden den ursprünglichen Shirt-Saum verwenden konnte. Das Bündchen wird längs gefaltet. Nun werden die beiden Ärmelteile rechts auf rechts aneinandergenäht; das Bündchen wird dazwischengefasst. Ihr näht also durch insgesamt vier Lagen Stoff.

Tutorial: Lagenshirts(4) Den so entstandenen zusammengesetzten Ärmel könnt Ihr ein wenig zurechtbügeln, dann wird er wie gewohnt (hier also als Puffärmel gekräuselt) eingesetzt, hernach schließt Ihr Ärmel- und Seitennähte in einem Rutsch – und fertig:

Tutorial: Lagenshirts

Weil’s ein Babyshirt ist, darf die Knopfleiste an der Schulter selbstverständlich nicht fehlen:

Tutorial: Lagenshirts

Den Versäuberungsstreifen am rückwärtigen Halsausschnitt habe ich allerdings im Eifer des Gefechts – schlicht vergessen, was mir, liebe Sindy!, in besonderem Maße unangenehm ist. Immerhin konnte im gleichen Aufwasch ein weiteres Shirt für ein anderes Baby-Mädchen entstehen, das komplett ist: Lagenärmel, geknöpfte Schulter, Versäuberungsstreifen. Der lange Ärmel hier stammt aus einem Umstandsshirt – mir scheint diese Methode besonders geeignet für ein solches Shirt-Upcycling, zumal man sich wunderbar die Arbeit des Säumens wenigstens eines Ärmelpaares sparen kann.

2013_05_22

Jenes zweite Shirt wird schon eifrig getragen – nun wünsche ich Dir, liebe Sindy, eine erholsame Babypause, und Euch alles Glück, Gesundheit und gutes Gedeihen!, so dass auch Euer kleines Menschlein beizeiten im Bambi-Shirt gehen kann. Oder eher robben? Oder kullern?


7 Kommentare

Blockstreifen, neon – und: Eine knappe Anleitung

Bei dem Bella Bolero nach Frl. Päng, den ich Euch in der vergangenen Woche zeigen konnte, handelte es sich, obwohl zuerst gezeigt, um die später entstandene Version. Nummer 1 nämlich bedurfte noch eines passenden Shirts:

Blockstreifen, neon

Beim Bolero punktet der Blockstreifen-Jersey, den Ihr im Shop findet – beim Shirt siegte die Faulheit, und es wurde schlicht ein Kaufteil bearbeitet.

Blockstreifen, neon

Dieser Bolero ist definitiv poppiger ausgefallen als sein schwarz-graues Basic-Pendant: Ein fröhlich-fruchtiges Kaubonbon, das nach einem dezenten, aber doch auch poppigen Darunter verlangte. Es wurde kurzerhand ein gekauftes Shirt gepimpt – per Freezer-Paper-Schablone und Neon-Stofffarbe. Freezer-Paper findet Ihr ab sofort im Shop; Anleitungen zum Schablonieren mit Freezer Paper gibt es hier, hier – oder: Hier!

Ich habe das Shirt mit Herzen bemalt. Sie sollten ein wenig das Aussehen haben, als seien sie gestempelt: Die nicht ganz scharfen Rände also sind beabsichtigt. Los geht’s.

Blockstreifen, neon

(1) Auf die matte Seite des Papiers ein Raster zeichnen, nach dem die Herzen (Blumen, Schmetterlinge…) ausgetanzt werden.

(2) Streifen schneiden, so dass der Motivstanzer immer gleichmäßig angesetzt werden kann. Ich habe das Papier auf Anschlag reingeschoben und den Stanzer dem Raster entsprechend platziert.

(3) So erhaltet Ihr Streifen mit gleichmäßig verteilten Motiven.

(4) Um eine glatte Unterlage beim Aufbringen der Farbe zu haben, und damit nichts durchdrückt oder festklebt, schiebe ich ein Küchenbrett in eine Plastiktüte, und das wiederum in das Shirt.

Blockstreifen, neon

(5) Für den gewünschten Stempeleffekt habe ich zum Aufbringen der Farbe Schwämmchen genommen, die ich nicht voll mit Farbe getränkt habe.

(6) Die Streifen mit den ausgetanzten Motiven werden mit der glatten Seite nach unten auf das Shirt gelegt und gebügelt – so haften sie fest auf dem Stoff. Achtet darauf, dass sich die einzelnen Streifen um wenige Millimeter überlappen, so kann keine Farbe daneben gehen! Nun die Farbe nach Wunsch auf die Formen auftragen. Das Papier hält sehr fest auf dem Stoff, es kann keine Farbe unter die Ränder laufen. Die Farbe wiederum sollte nicht allzu dick aufgetragen werden, weil die Farbschicht sonst mit der Zeit bröckeln und brechen kann.

(7) Nach Anleitung trocknen lassen (ca. 24 Stunden). Nun das Freezer Paper abziehen und die Farbe durch Bügeln (von der linken Seite oder unter einem Tuch) fixieren.

Fertig!

Blockstreifen, neon

Auch diese Blümchen entstanden mit Freezer-Paper-Schablone und Motivstanzer:

Frühlingstasche

Die Schmetterlinge hatte ich mit einer feinen Schere ausgeschnitten – auch hier ist keine Farbe unter die Ränder gelaufen:

Turnbeutel #3

Auf die raue Seite des Papiers können, mit einem Tintenstrahldrucker, Motive vorgedruckt werden – den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt. Wollt Ihr es auch mal versuchen? Bitte >> hier entlang <<!