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Japanisch für Kinder

Vor einigen Wochen bereits durfte ich mich über Post vom Haupt-Verlag freuen, als ich ein Rezensionsexemplar von Mariko Nakamuras „Kinderkleidung im japanischen Stil“ erhielt. Die dazugehörige Buchbesprechung wäre schon sehr viel früher geplant gewesen, jedoch es kommt eben immer hier und dort dies und jenes dazwischen. Umso mehr freue ich mich, Euch heute >> hier auf dem Tanoshii-Blog das hübsche Buch zeigen zu können! Die Modelle, die ich daraus genäht habe, präsentiere ich Euch im Stoffbüro-Blog. Seid also herzlich eingeladen, Euch ein wenig hin- und herzuklicken zwischen Theorie und Praxis – blättert ein wenig mit mir durch das Buch und werft einen Blick in unseren japanischen Sommer!

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen Stil

Die Festlegung auf bestimmte Modelle aus dem Buch war gewiss nicht einfach – es erschienen alle sehr reizvoll, außergewöhnlich und zugleich alltagstauglich, so dass mein Tatendrang sich ein wenig zügeln lassen musste durch die noch passenden Bestände in den Kleiderschränken.

(Dazu eine kleine Randbemerkung: Im Zuge der Gedanken und Diskussionen um die „Spring Essentials“ und die „Capsule Wardrobe“ gelingt es mir zunehmend, nicht nur den Umfang und die Zusammensetzung meines eigenen Kleiderschrankes besser im Griff zu haben, sondern auch die Kindergarderoben – denn auch für die kleinen Menschen lohnt es sich durchaus, auf Kombinierbarkeit zu achten und gelegentlich die Frage zu stellen: Wieviel „brauchen“ sie tatsächlich?)

Ein Kleid durfte sein, und die schlichten Schnitte mit den kleinen verspielten Details passen gut selbst in den KiTa-Alltag:

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen Stil

(Stoffe: Cloud9 :: Punkte rot BIO, Cloud9 :: Vögel rot BIO.)

Zugegeben – schlucken musste ich durchaus, als ich des Nachmittags beim Abholen das Kleid kombiniert mit gelben Gummistiefeln im Sandkasten fand. Wozu aber nähen, wenn die Kinder es dann nicht tragen dürften, wie es ihnen und ihrem Leben entspricht?

Das ärmellose Sommerkleid funktioniert mit Langarm-Shirt und Strumpfhosen wunderbar auch als Stück für die Übergangszeit. Das gekräuselte Rockteil fällt schön, ohne dabei im Wege zu sein.

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen Stil

Die Teilung im Vorderteil ist so im Schnitt vorgesehen, allerdings wollte ich sie ursprünglich aus dem Punkte-Stoff schneiden. Ein Fehler beim Zuschneiden und Stoffmangel machten es notwendig, die Teilung noch einmal zu teilen – was mir mittlerweile aber eigentlich noch besser gefällt.

Der Clou dieses Kleides liegt in der Rückenansicht:

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen StilDas Kleid ist mit dem kleinen Schlitz ausreichend großzügig geschnitten, so dass ein Hineinschlüpfen problemlos möglich ist. Und die Schleife im Rücken ist definitiv ein Hingucker, der dabei nicht stören kann.

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen StilNach diesem Einzelstück ging es an Kombinationen – wobei das Jungen-Hemd aufgrund oben genannter Bestände seine Kombi-Stücke bereits im Schrank vorfand. Zwar hätte ich gerne die passende Bermuda dazu genäht, musste aber erkennen, dass zwei bereits vorhandene königsblaue Hosen bestens dazu passen und vollkommen ausreichen.

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen Stil(Stoffe: Moda :: Dreiecke hellgrün, Baumwolle uni hellgrün.)

Königsblau zu Limegrün? Ja, es wird fröhlich.

Ein schlichtes Jungen-Hemd mit Einsatz und zwei Knöpfen – um die sich mittlerweile eine reiche Anekdoten-Sammlung rankt. Zu dem Dreiecks-Stoff hatte ich mir dreieckige Knöpfe in den Kopf gesetzt und bei Instagram einen Aufruf gepostet. Ute fand noch am selben Tag geeignete Stücke, die jedoch über die Ostertage in der Post verloren gingen – dieses Hemd also trägt nun diejenigen, die in der zweiten, ebenfalls mit einiger Verspätung zugestellten Sendung enthalten waren. Nähen, Bloggen, Bloggerfreunde – zusammengefasst in diesem Jungen-Hemdchen, mit dem herzlichsten Dankeschön an Ute und ihre Hartnäckigkeit!

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen StilSpätestens bei diesem Hemd wurde deutlich, dass die Nahtzugaben in den Schnitten bereits enthalten sind – der Einsatz hätte andernfalls nicht passen können, der entsprechende Hinweis im Buch erschien mir jedoch wenig explizit. Zum Verstürzen habe ich den Dreiecks-Stoff gewählt.

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen StilDieses Hemd findet sich im Buch auch in einer Mädchenversion, deren Vorderteil unter dem Einsatz leicht eingekräuselt wird. Und ebenso reizvoll wäre sicherlich auch eine schlichtere Stoffwahl – wie beispielsweise ein leichter Leinenstoff in Naturtönen, wie Bluse und Hemd auf dem Buchtitel gezeigt werden.

Dass es hier jedoch bunt weitergeht, lag auch an der Vorgabe, die ein Upcycling-Projekt mit sich bringt. Nach einigem Hin und Her habe ich mich gegen den sehr hübschen Schnitt für eine pumpige Mädchenhose aus dem Buch entschieden – und für die Unisex-Bermuda: Denn so ist dieser Hose durch Auftragen ein längeres Leben garantiert, Auftragen des Aufgetragenen bzw. Umgenähten. Nähen, Bloggen, Bloggerfreunde: Auch hier ein Dankeschön – an Elke, für die im Zuge der „Spring Essentials“ und der „Capsule Wardrobe“ ausrangierte Hose im schönsten und wärmsten Gelborange, das hier neue Freunde und gute Gesellschaft findet!

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen StilHier also die Bermuda, kombiniert mit dem Mädchen-Spaghetti-Top im Froschkönigteich-Design. Die Passform der Hose überzeugt voll und ganz – ebenso wie bei den oben gezeigten Stücken. Das Top habe ich ein wenig verlängert; da es ausreichend an Weite hergibt, kann es so länger getragen werden.

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen Stil Der Hosenschnitt hat am Vorder- wie am Hinterteil eine Passe, an die ein schmaler Bund angesetzt wird. Ich habe hier, zusätzlich zur Kordel, einen Gummi eingezogen.

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen StilHier und dort ist in den alten Nähten die Herkunft der Hose noch zu erkennen.

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen Stil(Stoff: Windham Fabrics :: Froschteich gelb.)

Das Top ist ein echtes Sommer-Sonne-Sand-Strand-Stück, luftig ausgestellt und mit angesetztem Volant. Der Armausschnitt wird über die vordere und hintere Passe mit Schrägbändern eingefasst, die gleichzeitig die Spaghetti-Träger hergeben.

Mariko Nakamura, Kinderkleidung im japanischen Stil

Das Niveau der Projekte würde ich beschreiben als „für Anfänger mit etwas Näherfahrung geeignet“. Die ausführlichen Anleitungen sind gut bebildert, die Passform überzeugt und die Schnitte, die ich getestet habe, gingen sich sämtlich problemlos aus. In Mariko Nakamuras Kinderkleidung im japanischen Stil findet Ihr Jungen- wie Mädchen-Sachen, für alle Jahreszeiten und in einem breiten Größenspektrum.

Neugierig? Dann lest doch auch die Buchbesprechung auf dem Tanoshii-Blog nach!


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Nähen nach Zahlen

Emden | ist nicht Siegen | ist nicht BerlinIch fange heute ein Stöckchen – oder eher einen Pfirsichblütenzweig? – aus Emden, den ich morgen weiterreichen werde nach Berlin: Mein herzliches Dankeschön geht an Monika und Ute für die Einladung zu ihrer Beitragsreihe „Emden ist nicht Berlin“, die diesmal also einen Schlenker über Siegen macht – das vermutlich, möglicherweise oder sicherlich mehr Emden als Berlin ist. In jedem Fall fühle ich mich wohl in ihrer Mitte.

Emden | ist nicht Siegen | ist nicht BerlinWie Monika aka „Schneidernmeistern“ in ihrem gestrigen Beitrag berichtet, haben wir uns die kostenlosen Schnitte zur Brust nehmen wollen, die auf der Homepage von Nani Iro zu finden sind: Schnittmuster hier im Sinne von Schemazeichnungen, die mit Zahlen und Maßen versehen sind, aus denen der Schnitt selbst zu zeichnen ist. Die neueren Versionen sind meist mit englischsprachigen Erläuterungen versehen, die älteren finden sich nur auf Japanisch. Als Japan-Näh-Nerd dachte ich, natürlich: Ein Leichtes!, nahm mir zunächst ein Tunika-Kleid vor, und ging recht beherzt zur Sache. Um kläglich zu scheitern.

Ute überführte zwar meinen Frust in die Erkenntnis, einem Lesefehler aufgesessen zu sein; sehr viel Motivation für diesen Schnitt war allerdings – wenigstens für den Moment – nicht mehr aufzubringen. Zumal, wie sich im Zuge der Auflärung herausstellte, der vorgesehene Stoff für diesen Schnitt – aufgrund der eindeutigen Richtung des Musters – ohnehin nicht geeignet gewesen wäre.

Auf ein Neues also, mit der alten Beherztheit: Die Wahl viel auf ein schlichtes ärmelloses Kleid. Der Schnitt war rasch gezeichnet und im Gegensatz zum ersten Versuch war ich hier schon beim ersten Blick auf das fertige Schnittmuster wieder bester Dinge. Durch ein Probestück beflügelt konnte ich diese Version angehen:

Emden | ist nicht Siegen | ist nicht BerlinDas Kleid ist obenrum schmaler geschnitten und ab der Taille ausgestellt. Die Armausschnitte und der Halsausschnitt werden mit Belegen versehen.

Emden | ist nicht Siegen | ist nicht BerlinDer Stoff ist ein leichter, schön fließender japanischer Baumwoll-Satin von Kokka – schöner noch trägt sich das Kleid ohne Langarmshirt und Strumpfhose, und verspricht so für den Sommer ein Lieblingsstück zu werden. Lieblingsstück aus Lieblingsschnitt, denn nach all dem Hin und Her und Für und Wider habe ich hier tatsächlich für mich einen schönen und schlichten, rasch genähten Basic-Schnitt gefunden, mit dem außergewöhnliche Drucke gut zur Geltung kommen können – zum Beispiel als Sommerkleid oder als Strandtunika.

Das Glück mit japanischen Schnittmustern war mir also auch hier wieder hold. Die einzigen Änderungen, die ich vorgenommen habe, sind eine Längenkürzung um ca. 3cm, und die Ergänzung des Tunnelzugs, mit dem sich das Kleid etwas auf Figur bringen lässt.

Emden | ist nicht Siegen | ist nicht BerlinDer Pfirsichzweig geht weiter an Ute, die morgen auf dem Schneidernmeistern-Blog von ihren Erfahrungen berichten wird. Meinen Dank schicke ich noch einmal nach Emden wie nach Berlin: Es hat mir große Freude gemacht, bei Euch zu Gast sein zu dürfen! Und mein Dank geht auch an Tessa, für ihre Unterstützung beim Fotoshooting im Anschluss ans Näh-Camp am vergangenen Wochenende. Darüber werde ich ganz bald berichten: Zunächst einmal aber lest weiter bei Monika und Ute!

Emden | ist nicht Siegen | ist nicht Berlin


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Japan Sew Along: Finale II

Wer den Tanoshii-Blog verfolgt, der wird bereits gelesen haben, dass wir den aktuellen Japan Sew Along um eine Woche und ein zweites Finale verlängert haben. Heute könnt Ihr dort also, zum Abschluss dieses Blog-Events mit meinem Dankeschön an alle Teilnehmerinnen auch alles nachlesen über mein Turtleneck-Kleid nach dem Schnitt „Modell X“ aus Yoshiko Tsukioris Kleider, Tops, Jacken und Hosen (Stylish Dress Book. Clothing for everyday wear):

Yoshiko Tsukiori, Stylish Dress Book. Clothing for everyday wear, Modell X(Stoffe: Kokka :: Trèfle Punkte braun/türkis/gelb, Bio-Jersey uni petrol.)

Nun stehen die Zeichen auf Berlin: Am Wochenende findet dort das zweite Näh-Camp statt. Die Nähpläne stehen fest, und die Vorfreude ist groß. Zuvor kann ich Euch – hoffentlich – noch ein zweites BMX-Ensemble zeigen, denn nach dem Mädchen-Outfit ist noch ein zweites entstanden. Habt eine gute Woche!

Näh-Camp 2015


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Japan Sew Along: Finale I

Wer sich über die derzeitige Ruhe hier im Stoffbüro-Blog wundert, der sei herzlich eingeladen, sich hinüber zu klicken auf „Tanoshii“: Denn dort steigt heute die erste Finale-Party des aktuellen Japan Sew Along. Am hiesigen Nähtisch entstand eine klassische Hemdbluse samt Weste, aus La couture nature von Kyoko Sakauchi:

Japan Sew Along: Finale I(Stoffe: Baumwoll-Batist von Kokka, Jubilee lila/gelb; Dobby uni schwarz.)

Details zu den Schnitten findet Ihr also >> hier beim ersten Finale des aktuellen Japan Sew Along – und in der kommenden Woche kann ich Euch noch ein Kleid nach einem Schnitt von Yoshiko Tsukiori zeigen!


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Weihnachtspost

Ein Weihnachtspost über die Weihnachtspost. Lang, bild- und wortreich.

Beim Einrichten dieses Blogbeitrags entscheide ich mich dafür, ihn auch der Kategorie „Japanisch nähen“ zuzuordnen, denn in diesem Jahr – wo die „Weihnachtsnäherei“ sich in überschauberen Grenzen hält – kann ich endlich umsetzen, was ich mir im vorigen Jahr schon vorgenommen hatte: „Furoshiki“ heißt das Stichwort, jedoch nachdem ich des Japanischen nicht mächtig bin, fällt es mir schwer, einen Plural zu bilden, einen Artikel zu ergänzen, oder gar „Furoshiki-Tücher“ zu schreiben.Weihnachtspost | FuroshikiIm Grunde genommen geht es darum, Dinge nicht in Papier oder Plastik einzuwickeln – sondern in Stoff: In ein quadratisches Tuch.

Der Gedanke der Nachhaltigkeit schwingt sicherlich mit – aber natürlich auch ein ästhetischer. Wie schön kann es sein, ein ansprechendes Geschenkpapier ganz vorsichtig zu öffnen, um das Papier noch einmal verwenden und einer weiteren Person damit eine Freude machen zu können? Hier existieren wahre Schätzchen, die auf einen zweiten, manchmal auch dritten Einsatz warten. Der Stoff macht noch einige Runden mehr mit, und gewinnt so, in der Familie und im Freundeskreis herumgereicht, an „Patina“, in gewissem Sinne.

Meine Tücher sind zwischen 35x35cm und 50x50cm groß, und aus leichten Batist-Stoffen, die sich gut formen, falten und knoten lassen. Ich habe sie mit Briefecken versehen:

Weihnachtspost | FuroshikiUnd bestempelt.

Weihnachtspost | FuroshikiDie linke obere Ecke liefert mit der Bezeichnung eine kleine Gebrauchsanweisung bzw. einen Suchmaschinen-Tipp, in der rechten unteren Ecke ist das :: stoffbüro :: vermerkt. Die Motive sind individuell gewählt – wer hier regelmäßig mitliest, erkennt sicherlich das ein oder andere Nähprojekt wieder.

Weihnachtspost | FuroshikiWeihnachtspost | FuroshikiDie Glitzerfarbe lässt sich – bekanntlich – nicht gut stempeln, deshalb habe ich die mit einem Schwämmchen aufgetupft, und diese Tücher mit dem Pinsel beschriftet.

Weihnachtspost | FuroshikiTechniken des Wickelns, Faltens und Knotens gibt es zahlreich – je nach Größe des Tuches und einzuschlagendem Gegenstand; seien es Flaschenverpackungen oder Tierfiguren: Hier könnt Ihr zum Beispiel stöbern. Bei „Link Collective“ gibt es nicht nur wunderschöne Tücher anzusehen, sondern auch große Einkaufstaschen, die daraus geknotet werden.

Ich habe mich für die einfachste Wickelweise entschieden, auch deshalb, weil die sich gut und sicher in Versandkartons packen lässt:

Weihnachtspost | Furoshiki

Bei manchen Tüchern ist das Motiv gut zu erkennen – darin läge sicher eine Herausforderung: Das Motiv so auf dem Tuch zu platzieren, dass es auch beim fertigen Päckchen gut herauskommt.

Weihnachtspost | FuroshikiWeihnachtspost | FuroshikiUnd so sah es auf dem Packtisch aus, nachdem alle Bündel fertig geschnürt waren:

Weihnachtspost | FuroshikiAuch in den Weihnachtskarten steckt der Gedanke des Weiterreichens, Weiterverwertens, Wiederverwendens.

Weihnachtspost | FuroshikiZum Einen habe ich mich entschieden, kein neues Papier zu kaufen, sondern die vorhandenen Bestände auszuschöpfen – so kommt es zu der ein oder anderen vielleicht „eigenwilligen“ Farbgebung, zum ein oder anderen vielleicht „eigenwilligen“ Material, wenn auch der Rückenkarton des Tonpapier-Blocks herhalten musste, als es doch knapp wurde.

Weihnachtspost | FuroshikiUnd zum Anderen stecken in jeder Karte die dazugehörigen Stanzteile als fertig bestempelte Geschenkanhänger – nicht nur mit weihnachtlichen Motiven.

Weihnachtspost | FuroshikiHabt ein besinnliches und ruhiges Adventswochenende!


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Japanische Hemdbluse | :: spezial :: Webstoffe

Anderthalb spannende Wochen Schnittpräsentationen liegen hinter uns: Drei spannende Tage liegen noch vor uns! An diesem RUMS-Donnerstag ist die Reihe wieder an mir, im Rahmen des :: stoffbüro :: spezial :: Webstoffe ein Oberteil aus Webware zu zeigen.

Dass meine eigene Suche nach geeigneten Schnittmustern sich zwischenzeitlich etwas holprig gestaltete, hatte ich in der vergangenen Woche angedeutet. Ein Vorhaben war es, für diese Reihe – wenigstens von meiner Seite – gänzlich auf japanische Schnittmuster zu verzichten, und umso schwerer musste ich mich also tun. Dass der selbstauferlegte Verzicht keinesfalls plausibel war, hätte mir doch einleuchten müssen – spätestens in Erinnerung an eine Bemerkung von Steffi (war es in einem Kommentar? war es in einer Mail?): Dass beim Durchblättern japanischer Schnittmusterbücher nämlich das beinahe vollständige Fehlen von Jersey, und das konzentrierte Augenmerk auf Webware doch sehr aufällig wären.

Was also wäre eine Beitragsreihe über Schnitte für Webstoffe ohne einen japanischen Schnitt? – sage ich mir nun, erleichtert rechtfertigend, dass ich Euch heute eben doch einen solchen zeige.

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bDer Schnitt stammt aus dem Buch Nähen im japanischen Stil, vom Autorenkollektiv Shufu To Sheikatsu Sha; eine ausführliche Buchbesprechung findet Ihr im Tanoshii-Blog, im Rahmen des Japan-Sew-Along vom vergangenen Frühjahr.

Modell 8.b wäre eigentlich wadenlang geschnitten; das Modell 8.a folgt demselben Schnitt, hätte aber Blusenlänge gehabt. So habe ich hier meine eigene Lieblingslänge gewählt und eine Hemdblusen-Tunika genäht.

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bDer Stoff ist eine leichte Bio-Popeline von Cloud9 („Arches“, >> hier im Shop). Diese Stoffe erscheinen mir für viele der japanischen Schnitte gut geeignet, weil sie einen idealen Zwischenweg bieten: Leicht genug, um die vielen Kräuselungen und die großzügige Weite der Schnitte nicht zu wuchtig wirken zu lassen – und doch mit etwas Stand, den ein „Hemd“ eben braucht.

Der auffällige Kokka-Satin hatte zu einem schlichten Schnitt gefunden – für „Mathilde“ und ihre Biesen überzeugte mich ein Uni am meisten. Bei diesem Viel-Stoff-Schnitt habe ich mich also für einen dezent und kleinteilig gemusterten Stoff entschieden.

Die Kräuselungen verstecken sich bei diesem Schnitt zum einen unter den vorderen Passennähten, und zum anderen am Rücken, wo die Mehrweite in den Kragen eingereiht wird.

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bHinten findet sich übrigens mit einer kleinen Lasche ein Detail, das einen gewissen Kaufklamotten-Touch gibt:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bFür den Gürtel habe ich Schlaufen ergänzt, die so im Schnitt nicht vorgesehen waren:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bSie erlauben es, die Tunika auch als Mantel oder Jacke zu tragen:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bIm Rücken geknotet:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bDer Stehkragen war auf Anhieb gut gelungen – und dabei doch eigentlich die Zitterpartie an dem Schnitt:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bDie kleinen orangefarbenen Knöpfchen lagen schon lange in der Kiste, und warteten auf ein besonderes Projekt – glücklich war ich also, dass ausreichend vorhanden waren (nicht so glücklich aber beim Annähen: vierzehn waren das!).

Anders als der Kragen, wollten die Manschetten nicht so recht – weshalb diese hier, im Vergleich zu Vorlage etwas breiteren, auch die zweite Version sind:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bAn den japanischen Schnitten scheiden sich häufig die Geister – ich kann mit dieser Tunika wieder mal ein Lieblingsstück in den Schrank hängen. Besonders gefällt mir hier die Variabilität – die Mantel-Variante mag ich wohl am liebsten. Wer gerne weiterlesen möchte, sei herzlich eingeladen, sich zum Tanoshii-Blog zu klicken: Dort findet Ihr einige Buchbesprechungen, auch zu Schnittmuster-Büchern, die auf Deutsch vorliegen. Ein Sew-Along für Herbst und Winter ist geplant – bleibt dran, dann könnt Ihr nichts verpassen!

Und: Bleibt dran beim :: stoffbüro :: spezial :: Webstoffe. Es erwarten Euch noch die Beiträge von Marja, Steffi und Monika!


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Japan-Sew-Along: Finale!

Heute zeige ich Euch ein Doppel-Rundum-RUMS, gewissermaßen: Denn parallel zum Finale des Japan-Sew-Along auf „Tanoshii“ möchte ich die Ergebnisse daraus natürlich auch hier im Blog zeigen, und Euch alle noch einmal herzlich einladen, auch zu Tanoshii rüberzuklicken, wo heute ein sehr fruchtbarer, motivierender und inspirierender Sew-Along zu Ende geht.

Im :: stoffbüro :: entstanden im Laufe des Sew-Alongs zwei Outfits, komplette Ensembles, die – mit einer kleinen, aber notwendigen Ausnahme – vollständig nach japanischen Schnittmustern genäht wurden.

Zum Ersten: Eine Kombination aus Kleid, Top und Jacke, in Schokobraun und warmem Gelb.

Kleid, Top, Jacke

Der Schnitt des Kleides stammt aus dem Buch Kleider im japanischen Stil von Sato Watanabe – die Buchbesprechung findet Ihr >> hier <<; aus dem Buch hatte ich bereits diese Blumen-Tunika gezeigt. Die Entstehung dieses Kleides, vom Testmodell über die Änderungen bis zu dieser endgültigen Version könnt Ihr auf „Tanoshii“ unter dem Label „SewAlong“ nachlesen. Die Seiten- und Rückenansicht zeigt auch das Jersey-Neckholder-Top, das sich zum perfekten Darunter qualifiziert; der Schnitt davon ist noch in Schnittreifs Mache und soll bald als E-Book erscheinen:

Kleid, Top, Jacke

Kleid, Top, Jacke

(Stoffe: Cloud9 :: Punkte braun, Bio-Popeline; Bio Jersey Streifen gelb/weiß.)

Zum Drüberziehen gab es, aus demselben Ringeljersey, einen bequemen Überwurf, eine XXL-Fledermausjacke nach einem Schnitt von Yoshiko Tsukiori (die „Veste à rayures“ aus Belle & épanouie):

Kleid, Top, JackeNachdem das Kleid fertig gestellt war, ließ der Sew-Along noch ausreichend Zeit für eine weitere Kombination; ich entschied mich zunächst für die Hüfthose aus Shape Shape (Buchbesprechung >> dort) – hier in hochgekrempelter Variante mit der „FrauFrida“, die ich Euch vor zwei Wochen gezeigt habe:

Bluse + Hose

Die Hose habe ich aus einer schwarzen Leinen-Baumwoll-Mischung genäht; Ihr findet den Stoff >> hier im Shop – ein angenehmer, etwas festerer Stoff, der sich bestens für solche legeren Hosen eignet. In voller Länge und mit der dazu bestimmten japanischen Bluse sieht das dann so aus:

Bluse + Hose

Die Bluse ist aus leichtem Baumwoll-Voile genäht, so dass die vielen Fältchen schön locker fallen (hier im Lädchen: Blumen petrol/weiß/violett). Es handelt sich im Modell B3 aus La couture au féminin (Jinko Matsumoto), Detailfotos findet Ihr im Tanoshii-Blog – eine Rückenansicht zeige ich Euch noch:

jsa_30An alle Teilnehmerinnen des Sew-Alongs richte ich auch von hier aus noch einmal mein herzliches Dankeschön – und all diejenigen, die dieses Mal nicht dabei waren, seien eingeladen, sich auf „Tanoshii“ umzusehen, und sich dem oft gewünschten und also nun fest mit eingeplanten Herbst/Winter-Sew-Along anzuschließen!