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Sew Sweet Home: „Modernes Quilten“ (Buchbesprechung)

Ein Kommentar

Eines schicke ich vorweg: Ich bin alles andere als eine geübte Patchworkerin und Quilterin – das hatte ich im Auftakt-Post zu den Sew-Sweet-Home-Wochen bereits kundgetan. Wenn ich hier nun also eine Buchbesprechung in Angriff nehme zu einem Buch über’s Quilten und über großformatige Patchwork-Decken, so tue ich das staunend, stöbernd, und mich in kleinen Schritten dem Thema annähernd. Vielleicht wird die ein oder andere von Euch neugierig – und dazu angeregt, selbst ein solches Projekt in Angriff zu nehmen. Im besten Fall gewinnen auch die geübten Quilterinnen unter Euch einen guten Eindruck von dem Buch, auch wenn ich detaillierte Profi-Fragen nicht stellen kann – weil ich schlicht und ergreifend nicht weiß, was ein Profi fragen und wie ein Profi sich das Buch zueigen machen würde.

Tula Pink, Angela Walters: "Modernes Quilten" (LV.Buch)

Heute dreht sich also alles um das Buch „Modernes Quilten“, von Tula Pink und Angela Walters. Die deutsche Übersetzung ist ganz frisch erschienen im Verlag LV.Buch.

In dem Buch findet Ihr zunächst allgemeine Hinweise zum Erstellen eines Quilts – „das Übliche“, möchte man meinen, also: Tipps zum notwendigen Werkzeug, und grundlegende Informationen zum Aufbau eines Quilts. Dieser Teil ist relativ knapp gehalten, dafür haben es aber die Anleitungen zu den insgesamt 17 Quilt-Schnittmustern in sich. Denn sie präsentieren und erläutern ausführlich verschiedene Möglichkeiten, ein Quilt-Top aufzubauen und zusammenzusetzen: Von der Organisation in Blöcken, über Säulen, Streifensets bis hin zu Log Cabin – und weitere!

Tula Pink, Angela Walters: "Modernes Quilten" (LV.Buch)

Eine solche präzise Schema-Zeichnung begleitet jedes Schnittmuster – so kommt schnell Ordnung ins Überforderungschaos im Kopf des Quilt-Anfängers, und die Frage nach der Auswahl geeigneter Stoffe, nach ihrer Kombination und Anordnung gewinnt Struktur.

Die Maßangaben stehen in Zentimetern – aus einer Anmerkung von Gesine („Allie and me design“) schließe ich, dass das für erfahrene Quilterinnen eher ungewöhnlich ist. Für meinen Zweck und Bedarf erscheint es hilfreich, da zum Beispiel auch meine Lineale eine Zentimeter-Einteilung haben.

Die Quilt-Schnittmuster sind nach Farben aufgeteilt: „Rot“, „Gelb“, „Grün“, usw., aber auch „Warm“, „Kalt“, und „Regenbogen“. Auch dies hilft mir dabei, meinem eigenen Decken-Projekt Struktur zu geben: Nicht, weil ich den Quilt für die Farbe Gelb aus gelben Stoffen nachnähen würde, sondern vielmehr, weil es dazu anregt, zu überlegen: Welche Farbe – oder welche Farben – soll meine Decke haben? Und: Wie ordne ich die Stoffe, die ich vernähen möchte, einer bestimmten Farbe und einer bestimmten Helligkeitsstufe zu – wo sich mein erster Blick doch immer auf den individuellen Stoff, auf sein Muster richtet? Das liegt wohl vorrangig daran, dass ich hauptsächlich Kleidung nähe, und das in der Regel ohne bunten Mustermix und wilde Stoffkombinationen.

Hier ist ein Perspektivwechsel gefragt, und die Autorinnen geben die für mich notwendige Hilfestellung dazu.

Tula Pink, Angela Walters: "Modernes Quilten" (LV.Buch)

Meine Wahl fiel auf das Schnittmuster „Future Flower Garden“, das die Rubrik „Warm“ vertritt. Ich lerne, dass es sich hier um „Tumbling Blocks“ handelt, die aus hellen, mittleren und dunklen Farbtönen zusammengesetzt werden – für eine Illusion von Dreidimensionalität. Ich lerne außerdem, dass dieser Quilt aus Säulen zusammengesetzt wird – was mich schon einigermaßen ins Grübeln bringt und mich ermahnt, bei der Organisation meines Zuschnitts sorgfältig zu sortieren und zu stapeln.

Die Farben meiner Decke sollen sein: Gelb, Türkis, Braun – und ein bisschen Weiß. Passend zur Rückseite, die Ihr auf den Bildern schon sehen könnt: Eine kuschelweiche Fleece-Decke, mit einem gelb-weißen Chevron-Muster.

Die Stoffe, die ich verwenden möchte, stammen zum Teil aus meinem eigenen Reste-Schrank, zum Teil habe ich sie mir von Bloggerfreundinnen ertauscht (danke, Ihr Lieben!). Umso spannender wird der Zuschnitt werden – bislang nämlich habe ich vorwiegend sortiert, und gestapelt: Hell, Mittel, Dunkel – für jede der drei Farben.

Tula Pink, Angela Walters: "Modernes Quilten" (LV.Buch)

Tula Pink, Angela Walters: "Modernes Quilten" (LV.Buch)

Tula Pink, Angela Walters: "Modernes Quilten" (LV.Buch)

Und ebenso die gemusterten Stoffe…

Tula Pink, Angela Walters: "Modernes Quilten" (LV.Buch)

Tula Pink, Angela Walters: "Modernes Quilten" (LV.Buch)

Tula Pink, Angela Walters: "Modernes Quilten" (LV.Buch)

Um die einzelnen Stoffe „loszulösen“ von ihrem Muster, um ihre dominierende Farbe zu erkennen und ihnen einen Platz zuzuweisen bei der Anordnung nach Helligkeit, lautet der Tipp der Autorinnen: Augen zusammenkneifen. Wer hätte gedacht, dass mir an dieser Stelle meine Kurzsichtigkeit zum Vorteil gereicht? Denn Brille absetzen hat es für mich auch getan.

Der nächste Schritt für mich ist also der Zuschnitt – hernach das Zusammensetzen des Quilt-Tops. Immer peu à peu, denn klar ist: Das sind keine Projekte, die an einem Abend genäht sind. Nachdem die drei Lieblingsrestedecken aus dem Sommer zum Teil eher „impulsiv“ entstanden waren, möchte ich diese Decke langsam wachsen lassen und mit Bedacht angehen – entlang der Schritte, die das Buch vorschlägt.

Und danach? Was geschieht mit dem fertigen Top? Dann heißt es: Quilten. Und um diesen Arbeitsschritt habe ich mir zuvor kaum Gedanken gemacht – was sich mit diesem Buch definitiv ändert! Bei den drei Decken aus dem Sommer hatte ich schlicht entlang der Nähte des Tops gesteppt. Die Autorinnen von „Modernes Quilten“ präsentieren ganz viele unterschiedliche, sehr inspirierende Möglichkeiten des Quiltens, und auch diese wieder mit detaillierten Zeichnungen und Erklärungen.

Tula Pink, Angela Walters: "Modernes Quilten" (LV.Buch)

So möchte ich mich – wenn es so weit ist – unbedingt mit meiner Nähmaschine und ihren Optionen beschäftigen, um – hoffentlich – einen Weg zu finden, das Muster der Vorderseite mit dem der Rückseite zu verbinden. Die Ideen, die in „Modernes Quilten“ gezeigt werden, sind ermutigend und regen zu Experimenten an – die ansprechenden Bilder der fertigen Decken sprechen für sich, und dafür, dem Arbeitsschritt des Quiltens einen wichtigeren Platz einzuräumen, als ich das bislang getan habe.

Ein fertiges Projekt zu diesem Buch kann ich Euch heute also leider noch nicht zeigen – ich möchte Euch aber einladen, auf Instagram ein wenig mit zu verfolgen, wie es mit dieser Decke los- und weitergeht: Entlang der Erläuterungen dieses ansprechenden und instruktiven Buchs, mit dem ich mich – als „Quilt-Greenhorn“ – in guter Begleitung sehe.

Herzlichen Dank an den Verlag LV.Buch für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

 

EURE LIEBLINGSRESTEDECKE

Fühlt Ihr Euch nun motiviert, Eure eigene Lieblingsrestedecke in Angriff zu nehmen? Dann nichts wie ran ans Webstoff-Fach Eures Stoffregals! Farben, die Euch fehlen, könnt Ihr sicher ertauschen von Euren Nähfreundinnen – und wenn Ihr so weit seid, gibt’s auf Instagram ab heute Abend eine kleine Verlosung mit weiterem Material…

 

SEW SWEET HOME

Oder sollen es doch lieber Kissen sein für’s traute Heim – oder gar Bettwäsche? Dominique hat Euch am Montag Kuschelkissen gezeigt, bei Änni gab es gestern Kinder-Bettwäsche zu sehen, und einige gute Gründe dafür nachzulesen, sie selbst zu nähen. Am Montag geht es dann weiter bei Dominique – in der Sparte „USEFUL“ präsentiert sie Euch Rope Bowls, mit einer weiteren Buchbesprechung. Wir freuen uns, wenn Ihr dran bleibt!

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Ein Kommentar zu “Sew Sweet Home: „Modernes Quilten“ (Buchbesprechung)

  1. Das wird bestimmt sehr toll! Ich bin angetan von Deiner Stoffzusammenstellung – es ergibt sich ein stimmiges Ganzes. Den Trick mit dem Augen zusammenkneifen kenne ich, den wende ich bei der genauen Arbeit mit Typo genauso an wie bei der Farbauswahl, allerdings bisher nur im Job und ich wäre wahrscheinlich nicht auf die naheliegende Idee gekommen, dass man das auch mal bei der Stoffauswahl machen könnte!
    Liebe Grüße, Änni

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