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„Flüügzüüg“ (Tutorial)

4 Kommentare

Als ich auf Instagram um Hilfe bat bei der Namensfindung für das Halbdreh-Volant-Mädchenröckchen, das ich Euch heute zeigen möchte – schlug Kathrin das schweizerdeutsche „Flüügzüüg“ vor, für „Fliegding“, „Fliegzeug“. Dieser Vorschlag machte das Rennen, und ich bedanke mich herzlich bei Kathrin und allen, die mitgegrübelt haben!

Schließlich fiel mir aber erst beim Hochladen der Bilder für diesen Beitrag auf, wie gut das „Flüügzüüg“ zum gesamten Outfit passt…

Flüügzüüg

(Stoffe: Bio Jersey Streifen Aqua/Off-White, Kokka :: Trèfle, Blumen blau/grün, Double Gauze.)

Für das Stoffbüro recht ungewohnt in Blautönen also ist hier ein Ensemble entstanden aus Langarm-Shirt und Double-Gauze-Röckchen. Der Schnitt des Shirts ist „kleinFanö“ von Schnittreif, der hier wegen seiner hübschen Passform zum Standard-Schnitt für Mädchenshirts geworden ist.

FlüügzüügDie Applikation ist von einem mittlerweile ausrangierten Lieblingsshirt abgeguckt; ich habe dafür Jersey- und Webstoffreste verwendet, darunter einen leichten Batist, damit die Applikation mit ihrer Mehrlagigkeit nicht zu steif und dick wird. Außerdem habe ich, aus demselben Grund, auf Vliesofix verzichtet, sondern nur Stickvlies untergelegt, die Teile mit vielen Nadeln aufgesteckt und mit Geradstich und Obertransport aufgesteppt.

FlüügzüügDie applizierten Webstoffe fransen mit den Wäschen ein wenig aus, so dass das Motiv nicht so „clean“ bleibt und ein wenig an „Used-Charme“ gewinnt. Die Fühler des Schmetterlings sind auch mit der Maschine aufgestickt.

FlüügzüügNun aber zum Rock, denn dafür habe ich eine Anleitung für Euch parat!

Mädchenrock „Flüügzüüg“

Mädchenröcke nähe ich am liebsten und schnellsten mit Gummibund und nach einfachen, individuellen Maßen. Viele Anleitungen für verschiedene Modelle findet Ihr zum Beispiel bei „Dana made it“. Der Mädchenrock „Flüügzüüg“ besteht aus zwei Teilen – einem oberen, gerade geschnittenen Teil mit Gummizug, und einem angesetzten Volant in Viertelkreisform.

FlüügzüügSo ist „Flüügzüüg“ ein schwungvoller Dreh-, Flieg-, Tellerrock, und gleichzeitig ein wenig kompakter, mit etwas weniger Stoff obenrum. Das trägt bei dickeren Stoffen, die nicht so locker fallen (Jeans, Cord), weniger auf. Ursprünglich nämlich war ich auf der Suche nach einem Schnitt für ein Jeansröckchen, das ausreichend Bewegunsgfreiheit lässt, aber gleichzeitig nicht wuchtig wirkt. Auch einen solchen Jeansrock gibt es hier bereits, den aber zeige ich Euch ein andermal. Für dieses Ensemble sollte es der geblümte Double Gauze aus Japan sein, und die Kamera hat das Nähen begleitet.

Ihr braucht:

  • Stoff, Verbrauch je nach Stoffbreite und Größe (hier 70cm bei 110cm Stoffbreite für ca. Gr. 122)
  • Gummiband, ca. 4cm breit
  • evtl. Schrägband zum Säumen

Schnitt:

Euren individuellen Schnitt könnt Ihr ganz schnell und einfach auf Papier zeichnen. Der Rock besteht aus vier Schnittteilen (zwei identische Oberteile für vorne und hinten, zwei identische Volants für vorne und hinten). Die Maße der Schnittteile errechnen sich aus der Taillenweite des Kindes und der gewünschten Rocklänge. Der Einfachheit halber habe ich die Berechnung der Schnittteile in einem PDF zusammengefasst: *klick*.

Ober- und Unterteil des Rockes haben jeweils halbe Rocklänge, wobei beim oberen Rockteil noch der Gummizug hinzukommt. Die Weite errechnet sich aus der Taillenweite. Die rechteckigen Oberteile sind rasch gezeichnet.

(1) Um die Volants in Viertelkreisform zu zeichnen, könnt Ihr Euch einen Zirkel mit Stift und Schnur basteln. Der kleinere Radius (r1) errechnet sich aus der Breite eines Oberteils, die Formel findet Ihr in dem PDF. Für den größeren Radius (r2) addiert Ihr einfach die halbe Rocklänge zu r1.

Flüügzüüg

(2) (3) Zuschneiden: Zwei Oberteile und zwei Volants anhand der erstellten Schnittteile, zzgl. NZ.

(4) Nähen: Zunächst werden die Volants jeweils einzeln an die Oberteile angesetzt. Wenn Ihr richtig gerechnet habt, ist die gebogene Linie des Volants genauso lang wie die gerade Linie des Oberteils.

Flüügzüüg(5) Die Nahtzugabe nach oben bügeln und evtl. absteppen. Seitennähte schließen.

(6) Den Tunnel für den Gummizug nähen, also NZ einschlagen und einmal die Gummibreite umschlagen und einen Tunnel steppen. Gummi durchziehen, anpassen, Öffnung schließen. Ich steppe solche Bundgummis an den Seitennähten gerne senkrecht fest, so können sie sich nicht verdrehen und die Weite bleibt schön verteilt.

(7) Zum Säumen eines Tellerrocks hat sich Schrägband bewährt: Das Schrägband rechts auf rechts mit etwas Zug an den Rocksaum nähen, nach innen umschlagen, Oberkante des Schrägbands einschlagen und von links absteppen.

FlüügzüügUnd fertig ist das „Flüügzüüg“!

Flüügzüüg

ich wünsche Euch viel Freude mit der Anleitung – und freue mich über eine Nachricht, wenn Ihr ein „Flüügzüüg“ genäht habt!

Hinweis:

Die Nutzung meiner Bilder ist ausdrücklich untersagt. Die kostenlosen Anleitungen und Schnittmuster sind ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt; eine kommerzielle Nutzung bedarf meiner Zustimmung. Für eventuelle Fehler der Anleitungen kann keine Haftung übernommen werden.

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4 Kommentare zu “„Flüügzüüg“ (Tutorial)

  1. Liebe Catrin,
    vielen lieben Dank für das Tutorial! Der Name ist wirklich genial… geht ins Ohr und bleibt im Kopf! Definitiv!
    Ich melde mich, sobald unser erstes Flüügzüüg fliegt *lach*
    Liebste Grüße
    Jana

  2. Wie schön! Tolles Flüügzüüg!

    Ich bin schon ganz gespannt auf die Jeans-Version. Die wäre was für die kleine Dame :.)

  3. Liebe Catrin, tolles Tutorial für ein tolles Röckli , danke dafür, ist in meine todo Liste aufgenommen 😊😍
    LG Mandy

  4. Liebe Catrin,
    da hast Du wieder etwas sehr Schönes kreiert, das Ensemble sieht ganz reizend aus!
    Danke für die Anleitung! Du gibst Dir immer viel Mühe mit den Werken, die Du zeigst, alles sieht liebevoll gemacht und dabei professionell aus!
    Ich habe schon einiges nachgearbeitet und über ein Flüügzüüg wird sich meine vierjährige Enkelin mit Sicherheit freuen!
    Herzliche Grüße aus Ostfriesland!
    Susanne

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