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Wie soll man bloggen?

9 Kommentare

An erster Stelle in diesem Post steht ein herzliches Dankeschön für Euer überwältigendes Feedback zum Beitrag vom vergangenen Donnerstag: Zur Buchbesprechung von Tilly Walnes‘ Liebe auf den ersten Stich, mit dem dazugehörigen Nähbeispiel. In einem der Kommentare wurde die Hoffnung geäußert, dass ich mich über die Kommentare der Leserinnen ebenso freute wie diese Freude an meinen Beiträgen hätten. Und ja: Ich denke, das kann man durchaus so sagen, oder besser, in aller Bescheidenheit – wohl mehr noch.

Die Gewinnerinnen des Giveaways sind benachrichtigt, die Bücher haben sich heute auf den Weg gemacht zu ihnen.

So hatte ein Event das nächste gejagt, hier im :: stoffbüro ::. Auf die Webstoff-Sause im September folgte eben jene Buchbesprechung, und schon in der kommenden Woche geht es weiter, wenn ich im :: stoffbüro :: zeigen darf, was andere auf die Beine gestellt haben.

Und dann? – Dann ist Weihnachten! Wie jedes Jahr, so kommt es wohl auch in diesem schneller als man denkt. Dieser Gedanke führte mich postwendend zu der Frage: Was möchte ich in diesem Jahr – in den folgenden ca. 8 Wochen bis zur Weihnachtspause also – im Blog zeigen, für den Blog austüfteln und organisieren? Die Antwort ist schlicht: Die Party kann nicht ewig so weitergehen. Ich freue mich sehr über Eure herzlichen Kommentare und das schöne und differenzierte Feedback, und selbstverständlich fühlt es sich großartig an, wenn es im Blog derart „rockt“. Jedoch steckt hinter jeder dieser Aktionen, hinter jedem Post auch eine Menge Arbeit des Planens, Nähens, Fotografierens, Schreibens – und gerade deren Pensum gilt es während der Vorweihnachtszeit doch ein wenig herunterzuschrauben.

So habe ich mich beispielsweise entschieden, den ursprünglich für den Herbst geplanten Japan-Sew-Along ins neue Jahr zu verschieben: Es wäre zeitlich zu knapp geworden, es hätte zum Stress tendiert, der Spaß wäre dahin gewesen. Geplant ist dennoch eine Buchvorstellung, die Euren Wunschzettel bereichern könnte; aber auch hier möchte ich keine allzu großen Versprechungen machen und Erwartungen wecken: Was kommt, das kommt, und was nicht – das später.

Auf diese Weise bleibt immerhin Raum für spontanere Ideen, denn auch die entstehen bisweilen und unerwartet und suchen ihren Weg in den Blog. Also doch ein „Bleibt dran, es wird spannend!“? In jedem Fall, ich hoffe es doch, allein – die Formate werden sich wieder ein wenig ändern.

Dies deutet auf die Titelfrage dieses Beitrages: „Wie soll man bloggen?“ Blogs entwickeln sich stetig, das beobachte ich an meinem eigenen und auch an denen, die ich lese und mit deren Autorinnen ich mich darüber austausche. Der Stil ändert sich, mal langsam, mal plötzlich – und für einen Blog, der Ergebnisse einer Handarbeitstätigkeit präsentiert, die wesentlich auf Erfahrung, wie auf Fortschritt durch Übung basiert, wäre wohl zu ergänzen: Der Inhalt ändert sich, der Fokus verschiebt sich. Die Schnitte, die ich wähle, werden anspruchsvoller, und das bedeutet zugleich, dass die Dinge, denen ich mich anfangs nur zögerlich nähern wollte, mittlerweile so leicht von der Hand gehen und so alltäglich sind, dass ich kaum mehr einen Weg finde, sie im Blog zu präsentieren. Oder wäre vielleicht gerade die Alltäglichkeit die Errungenschaft, die es zu präsentieren gälte? (Wie präsentiert man Alltäglichkeit?)

Es gibt nur eine Geschichte dazu, und die ist rasch erzählt: Kinder wachsen.

Shirt "Rallye Cars"(Stoffe: Jersey „Rallye Cars“, Bio Jersey Streifen Grau/Natur, Bio Bündchen uni schwarz.)

Shirt "Bauernhof"(Stoffe: Jersey „Bauernhof“, Bio Bündchen uni braun.)

Verblassen diese Shirts vor dem Hintergrund der vergangenen Wochen? Es sind Kleidungsstücke, die ebenso enthusiastisch aufgenommen und geliebt werden, wie die aufwändigeren und detailreichen Blusen und Hemden – selbst wenn sie beinahe ohne Story entstanden sind, und es eigentlich nichts dazu zu sagen gibt.

Wie also soll man bloggen über zwei Kindershirts?

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9 Kommentare zu “Wie soll man bloggen?

  1. Liebe Catrin!
    Du weißt, dass auch ich mir diese Fragen stelle, und auch keine wirklich gültige Antwort darauf gefunden habe, aber über ein paar Dinge werde ich mir wohl gerade klar:
    Am wichtigsten ist es, dass die Sachen, die Du nähst, die wir alle nähen, geliebt werden, gebraucht werden und tatsächlich benutzt werden. Dass ein paar T-Shirts mal so nebenbei entstehen, das hätte ich mir vor ein paar Jahren, als jedes einzelne noch ein Großprojekt war, nicht gedacht, aber ich finde es schön so, es ist zu einem Stück Normalität geworden. Wenn meine Tochter sich etwas wünscht, dann bittet sie nicht darum, dass wir das kaufen, sondern fragt erst einmal, ob ich (oder wir) das nicht selbermachen könnte(n). Darauf kann man schon auch stolz sein, oder? Und deshalb hat auch jedes T-Shirt, jedes Taschentuch-Täschchen, jedes Halstuch oder Sabberlätzchen oder was auch immer, das Recht präsentiert zu werden und stolz gezeigt zu werden.
    Aber es MUSS nicht sein, wenn es gerade nicht passt. Wenn keine Zeit für Fotos bleibt, weil das T-Shirt ständig in der Wäsche ist, oder ich einfach keine Lust habe, dann eben nicht. Oder vielleicht später mal. Wer sagt eigentlich, dass man ALLES dokumentieren muss? Natürlich ist es dann auch nicht leicht, eine Auswahl zu treffen ;-), aber das mache ich dann meist spontan, je nach Laune oder Gelegenheit.
    Ich finde bei Dir – ganz ehrlich – immer wieder tolle Inspirationen, ob es nun ein aufwändiges Webstoffteil ist oder eben etwas „Simples“, allerdings täglich Gebrauchtes ist, und wer selber bloggt, weiß den Aufwand hinter den Beiträgen sicherlich zu schätzen. Also Danke dafür 🙂
    So, aber jetzt pause ich noch – ganz Sew-Along-unabhängig 😉 – ein japanisches Schnittmuster ab!
    Liebe Grüße,
    Steffi

  2. Oh, mir fällt da schon was ein! Diese wunderschönen T-Shirts sind für mich (noch lang) nicht alltäglich – ganz im Gegenteil! Können Unikate denn alltäglich werden? Ich wünschte, ich hätte schon eins davon für meinen tollen Nachwuchs gezaubert. Und dann kommt auch noch hinzu, dass ich teilweise bei der Entstehung genau dieser Shirts dabei war… sie wurden auf dem selben Bügelbrett und mit dem selben Bügeleisen bearbeitet wie mein erster Pulli! Obwohl ich sehr stolz auf ihn und mich bin, bin ich genauso fasziniert, von der geübten und sicheren Art und Weise, wie Du solche Shirts nähst. Das ist mein Ansporn, irgendwann (ohne Druck, damit der Spass und die Freude bleibt) mal ein bisschen so gut zu werden wie Du – nur ein bisschen! Danke für’s „an die Hand nehmen“!

  3. Ach wunderbar hast Du in Worte gefasst, was Dich bewegt und wahrscheinlich viele andere auch. Ich habe mich ebenso in letzter Zeit gefragt, ob man zwei schlichte Shirts überhaupt noch zeigen kann, ob es jemanden interessiert. Aber ich denke auch, die Geschichte macht es.
    Liebe Grüße
    Kerstin

  4. Liebe Catrin, genau so wie du sie uns hier präsentierst, kann man doch wunderbar zwei superniedliche Shirts zeigen. Aber genau so könntest du sie ohne viele Worte zeigen. Die Shirts sind und bleiben besonders durch die Stoffwahl und die Verarbeitung. Sie tragen eben deine Handschrift. Und das wissen deine Kinder sicher zu schätzen. Na gut, wahrscheinlich schätzen sie eher die Autos und die Kühe aber trotzdem. :-D.
    Liebe Grüße,
    Elke

  5. Liebe Cathrin, die Shirts sehen super aus. Ich finde, wer, so wie Du, immer wieder inspirierende Beiträge postet und Projekte wie den Japan Sew Along oder das Webstoffe Spezial durchführt, kann auch mal einen schlichten kurzen Beitrag posten. Es muss nicht immer nur Lametta sein. Wir wissen doch alle, wieviel Arbeit das macht. Ich finde beim Bloggen sollte wirklich der Spass im Vordergrund stehen, weil das auch das ist, was beim Leser ankommt. Gegenseitige Inspiration und der Erfahrungsaustausch ist meiner Meinung nach der Sinn des Bloggens. Ich schaffe nur halb soviel wie ich gerne möchte, aber ich will einfach damit keinen Stress haben. Also, mach so weiter und vielen Dank für Deine tollen Beiträge. Ich hatte natürlich schon auf den herbstlichen Japan Sew Along gewartet 😉 Aber dann freu ich mich noch weiter vor bis nächstes Jahr. Viele Grüße, Griselda K

  6. Liebe Cathrin, ich finde die Shirts toll und ich finde sie haben Ihren Platz verdient. Ich finde es schön auch solche „alltäglichen“ Dinge im Blog anderer zu sehen, das nimmt mir die Last und den Druck an meinem Blog und meinen Post mehr arbeiten zu müssen. Ich habe nicht die Zeit, ich verdiene nicht mein Geld damit. Ich nähe einfach nur für mich und meine Kinder und freue mich über jedes! Teil was ich fertig stelle und das möchte ich teilen. Daher, bitte auch in Zukunft, die alltäglichen Dinge zeigen!!! Vielen Dank und Viele Grüße Anja

  7. Liebe Cathrin,
    ich finde es wichtig, dass Du den Blog / Deine Arbeit am und im Stoffbüro und Deine Nähereien so gestaltest, dass alles noch ein Gleichgewicht hat. Und mit allem meine ich: Dein Leben, die Familie, Deinen Alltag.
    Vermutlich wächst mit der Professionalität Deines Blogs auch in gewisser Weise die Anspruchshaltung Deiner Leserinnen. Aber sich genau dem zu entziehen – wenigstens ein bißchen – das ist nötig und das tust Du sowieso schon (s. Vorweihnachtszeit). Das finde ich gut!
    Mit liebem Gruß
    Regina

  8. Liebe Catrin,
    ein schwieriges Thema, das ich mir auch immer wieder stelle.
    Mein Blog soll meine Arbeit zeigen. Aber was beinhaltet diese – ist es meine Arbeit, nur den Entwicklungsprozess eines neuen Ebooks zu zeigen und dann in 4 aufeinanderfolgenden Posts das selbe Thema zum Inhalt zu haben oder „darf“ ich auch mal was anderes zeigen. Heißt zum Beispiel den Burdaschnitt, den ich gerade vernäht habe… Wäre es nicht reizvoll meine Meinung darüber zu erfahren, aber wie kritisch anderen Kollegen gegenüber darf ich sein…!?
    Letzteres will ich demnächst öfter machen, das JapanSewAlong ruft ja dazu auf und da geht es ja auch gar nicht anders…
    Die Frau eines befreundeten Künstlers, mit der ich mich über das gleiche Thema austauschte, sagte dazu „kein Kaffe und Kuchen“.. 😉 nein mein Essen zeige ich nicht – zumindest nicht auf dem Blog – merke aber auch, dass die „persönlicheren“ Posts oft mehr Klicks und Kommentare erzielen.
    Vielleicht hilft es, eine gute Mischung zu finden.
    Liebe Grüße
    Monika

  9. Liebe Catrin, da fällt mir nur eines dazu ein: authentisch. Es gibt kein richtig oder falsch, aber es gibt ein Blog geführt mit falschem Anspruch. Das wird man immer merken und das wird immer auf gewisse Art und Weise abschrecken.

    Würdest Du nur über private Dinge posten, würde das genauso wenig passen, als wenn Du nur gewerbliche Themen hast. Die Mischung macht’s. Und aus meiner Sicht machst Du das genau richtig.

    Ich sehe Dich und Deinen Stil hinter den Einträgen. Ebenso im Stoffbüro. Da bin ich immer noch traurig, dass Du kein Sommertyp bist .. Denn ja, das sieht man an Deiner Stoffwahl. Aber das ist auch gut so.

    Ganz liebe Grüße
    Sindy

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