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Japanische Hemdbluse | :: spezial :: Webstoffe

13 Kommentare

Anderthalb spannende Wochen Schnittpräsentationen liegen hinter uns: Drei spannende Tage liegen noch vor uns! An diesem RUMS-Donnerstag ist die Reihe wieder an mir, im Rahmen des :: stoffbüro :: spezial :: Webstoffe ein Oberteil aus Webware zu zeigen.

Dass meine eigene Suche nach geeigneten Schnittmustern sich zwischenzeitlich etwas holprig gestaltete, hatte ich in der vergangenen Woche angedeutet. Ein Vorhaben war es, für diese Reihe – wenigstens von meiner Seite – gänzlich auf japanische Schnittmuster zu verzichten, und umso schwerer musste ich mich also tun. Dass der selbstauferlegte Verzicht keinesfalls plausibel war, hätte mir doch einleuchten müssen – spätestens in Erinnerung an eine Bemerkung von Steffi (war es in einem Kommentar? war es in einer Mail?): Dass beim Durchblättern japanischer Schnittmusterbücher nämlich das beinahe vollständige Fehlen von Jersey, und das konzentrierte Augenmerk auf Webware doch sehr aufällig wären.

Was also wäre eine Beitragsreihe über Schnitte für Webstoffe ohne einen japanischen Schnitt? – sage ich mir nun, erleichtert rechtfertigend, dass ich Euch heute eben doch einen solchen zeige.

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bDer Schnitt stammt aus dem Buch Nähen im japanischen Stil, vom Autorenkollektiv Shufu To Sheikatsu Sha; eine ausführliche Buchbesprechung findet Ihr im Tanoshii-Blog, im Rahmen des Japan-Sew-Along vom vergangenen Frühjahr.

Modell 8.b wäre eigentlich wadenlang geschnitten; das Modell 8.a folgt demselben Schnitt, hätte aber Blusenlänge gehabt. So habe ich hier meine eigene Lieblingslänge gewählt und eine Hemdblusen-Tunika genäht.

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bDer Stoff ist eine leichte Bio-Popeline von Cloud9 („Arches“, >> hier im Shop). Diese Stoffe erscheinen mir für viele der japanischen Schnitte gut geeignet, weil sie einen idealen Zwischenweg bieten: Leicht genug, um die vielen Kräuselungen und die großzügige Weite der Schnitte nicht zu wuchtig wirken zu lassen – und doch mit etwas Stand, den ein „Hemd“ eben braucht.

Der auffällige Kokka-Satin hatte zu einem schlichten Schnitt gefunden – für „Mathilde“ und ihre Biesen überzeugte mich ein Uni am meisten. Bei diesem Viel-Stoff-Schnitt habe ich mich also für einen dezent und kleinteilig gemusterten Stoff entschieden.

Die Kräuselungen verstecken sich bei diesem Schnitt zum einen unter den vorderen Passennähten, und zum anderen am Rücken, wo die Mehrweite in den Kragen eingereiht wird.

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bHinten findet sich übrigens mit einer kleinen Lasche ein Detail, das einen gewissen Kaufklamotten-Touch gibt:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bFür den Gürtel habe ich Schlaufen ergänzt, die so im Schnitt nicht vorgesehen waren:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bSie erlauben es, die Tunika auch als Mantel oder Jacke zu tragen:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bIm Rücken geknotet:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bDer Stehkragen war auf Anhieb gut gelungen – und dabei doch eigentlich die Zitterpartie an dem Schnitt:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bDie kleinen orangefarbenen Knöpfchen lagen schon lange in der Kiste, und warteten auf ein besonderes Projekt – glücklich war ich also, dass ausreichend vorhanden waren (nicht so glücklich aber beim Annähen: vierzehn waren das!).

Anders als der Kragen, wollten die Manschetten nicht so recht – weshalb diese hier, im Vergleich zu Vorlage etwas breiteren, auch die zweite Version sind:

"Nähen im japanischen Stil", Modell 8.bAn den japanischen Schnitten scheiden sich häufig die Geister – ich kann mit dieser Tunika wieder mal ein Lieblingsstück in den Schrank hängen. Besonders gefällt mir hier die Variabilität – die Mantel-Variante mag ich wohl am liebsten. Wer gerne weiterlesen möchte, sei herzlich eingeladen, sich zum Tanoshii-Blog zu klicken: Dort findet Ihr einige Buchbesprechungen, auch zu Schnittmuster-Büchern, die auf Deutsch vorliegen. Ein Sew-Along für Herbst und Winter ist geplant – bleibt dran, dann könnt Ihr nichts verpassen!

Und: Bleibt dran beim :: stoffbüro :: spezial :: Webstoffe. Es erwarten Euch noch die Beiträge von Marja, Steffi und Monika!

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13 Kommentare zu “Japanische Hemdbluse | :: spezial :: Webstoffe

  1. Liebe Catrin,
    die japanische Tunika war ja schon mal in einer Mail erwähnt un dso habe ihc gespannt auf ie gewartet… ich muss gestehen, dass ich zwiegespalten bin.
    Der Stoff ist ein Traum, die Fältchen und die Knöpfchen ein wunderbarer „eyecatcher“ (um beim Hinweis auf Kaufklamotten zu bleiben), die Mantelvariante finde ich super schick! Mit den Stiefeln kombiniert, kann das wirklich ein Lieblingsteil für den Herbst werden… allein die geschlossene Variante…. hm.
    Aber sie ist ja deine, und sie macht dich glücklich! 😉
    sei lieb gegrüßt
    Monika

    • Liebe Monika,

      Deine Skepsis bezüglich der geschlossenen Variante kann ich verstehen – und teile sie. Tessa beschriebt sie (s.u.) als „streng“, und das trifft es sehr gut. Im Buch ist die lange Version ebenfalls als Mantel-Variante abgebildet, und so kann sie auch mich mehr überzeugen; oder aber als „Zwischending“, halboffen/halbgeschlossen. Im Grunde also: Ein echtes Übergangsteil 😉

      Liebe Grüße
      Catrin

      • oohhhh ja! durchaus- kann man mit meiner assoziation uniform (im japanischen arbeiterstil, so auch oft zu finden bei der herr von eden sachen für jedes geschlecht) auch streng meinen. aaaber: das ist doch herrlich! gerade weil es nicht aus festem mantelstoff daherkommt mit den klassischen verweisen auf strenge/ uniform! doch auch leicht, des materials wegen– gekräuselt gar— adrett ohne pseudo-feminin zu sein. hervorragend! ich finde es ganzganz toll. offen und zu! 🙂
        liebe grüße an euch beide, und alle anderen auch ****

  2. Wunderschön! Als Mantel getragen mit dem im Rücken geknoteten Gürtel ist spontan meine liebste Tragevariante. Sieht einfach lässig aus! Die Kaufklamottenoptik-Lasche muss ich mir merken, die ist wirklich ein schönes und vor allem einfaches Detail… Im Gegensatz zum schicken Stehkragen, der aber ebenfalls wunderhübsch ist, obwohl ich Respekt habe 😉
    Liebe Grüße, Änni

  3. Liebe Catrin,
    gefällt mir total gut und es paßt wirklich hervorragend zu Dir.
    Mir gefällt die offene Variante etwas besser, das Tuch ist ein toller HIngucker, zugeknöpft wirkt die Tunika (für mich und meinen Geschmack) ohne Tuch ein wenig zu streng.
    Der Stoff ist ja total toll, er ist mir bisher gar nicht aufgefallen.
    Herzlichst,
    Tessa

  4. Ich finde dein Teilchen in allen Varianten toll! Wirklich sehr wandlungsfähig und quasi für jeden Anlass einsetzbar!
    Dein geplanter Verzicht auf ein japanisches SM ist für mich nicht nachvollziehbar, mir hätte dann etwas gefehlt!
    Liebe Grüße,
    Kathrin
    PS: Eine tolle Reihe! Bitte gerne weiter so :-))

  5. Also, mir gefällts sehr gut! (Obwohl, für mich dann eher in der kürzeren Variante). Spannend, den Schnitt hab ich mir schon oft angesehen und schon öfter ins Auge gefasst, aber jetzt hätte ich ihn auf den ersten Blick nicht erkannt. Und auch den Stoff, der mir vorher gar nicht aufgefallen war, finde ich jetzt sehr interessant…
    Viel Freude mit der tollen Bluse, sie passt sehr zu Dir!
    Liebe Grüße,
    Steffi

  6. Mir geht es ähnlich – als Mantel würde ich sie sofort nehmen. Zugeknöpft (allein an den 19 Knöpfen wäre ich wohl gescheitert) würde sie wohl nicht ganz so oft zum Einsatz kommen. Hach, und der Stoff – wieder einer jener Fälle, in denen ich und meine Vorstellungskraft total daneben gelegen hätten. Umso schöner, dass ich das Designbeispiel auch im Shop entdecke. Das hilft mir sehr! Ach wie schön, diese Reihe. Es kribbelt mir in den Fingern, das war lange nicht so. Dankeschön :-). Herzlich, Marja

  7. In deiner Variante gefällt mir die Bluse besser als im Buch. Sie steht dir ausgezeichnet. lg Jutta

  8. Na das ist ja mal ein wirklich gelungenes Projekt! Diese Bluse in genau diesen Farben wäre auch ein sehr willkommenes Teil in meinem Kleiderschrank! Bin begeistert!

    Leider bin ich noch nicht soooo fit an der Näma, aber vielleicht irgendwann einmal.

    LG von Nicole

  9. Gefällt mir sehr gut an dir! :.)

    In meinem Kleiderschrank würde es sich zwar nicht wohlfühlen, aber die Variabilität, die Bluse auch mal als Jäckchen tragen zu können, finde ich sehr ansprechend … müsste dann bei mir Frostbeule aber eher ein schönes Wollstöffchen sein ;.)

  10. Liebe Catrin, erst einmal wollte ich dir noch meine Hochachtung für das gleichmäßige Nähen der Knopflöcher und den damit verbundenen Fleiß, die Knöpfe anzunähen, aussprechen.
    Bei mir hätte die Bluse wahrscheinlich nur zwei Drittel deiner Länge. Erstens wegen der Knopflöcher und zweitens weil mir lange Oberteile noch zu ungewohnt sind. Zu dir passt sie aber ganz wunderbar und mir gefällt die zugeknöpfte Variante am besten, vor allem so kombiniert wie sie auf dem Foto ist. Richtig toll.
    Liebe Grüße, Marie

  11. Die offene Variante, im Rücken gebunden, gefällt mir sehr! Einen schönen Stoff hast Du da verarbeitet…

    Liebe Grüße,
    Mond

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