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Sewing Duet: Prokrastination

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Oder: „Für morgen bewahren“. Droht mein Blazer zu meinem ersten näherischen „UFO“ zu werden?

Gewiss nicht. Nachdem ich am Mittwoch Abend von der letzten Sitzung meines Nähkurses nach Hause kam, musste ich mir zunächst durch den Kopf gehen lassen, was dort geschehen ist – um mittlerweile beinahe entschlossen zu sein, das Gros davon wieder rückgängig zu machen, d.h.: aufzutrennen.

Aber alles der Reihe nach. Ich habe es, trotz anfänglicher Bedenken, tatsächlich noch einmal gewagt, zuhause und auf eigene Faust die Ärmel einzusetzen. Das hat mehr schlecht als recht geklappt…

Sewing Duet: Prokrastination?

… aber ich habe beschlossen, dass

1) das dem Uneingeweihten nicht auffällt,

2) es beim Tragen ohnehin in der allgemeinen Bewegung des Kleidungsstücks untergeht,

3) ich mir dies bei meinem ersten Blazer gerne verzeihen kann, zumal ich mittlerweile erkannt habe, dass Schnitt- und Stoffwahl nicht unbedingt gut zusammengingen. So macht man seine Erfahrungen, beim nächsten Blazer wäre ich um einige solche reicher.

Meine Nählehrerin hat ähnlich argumentiert und besonders auf die Dicke meines Oberstoffs verwiesen. Der war nicht unbedingt geeignet für diese Armkugel – da half ab einem bestimmten Punkt alles Ziehen und Schieben nicht mehr.

So kam ich also zum letzten Kursabend mit zwei fertigen Teilen – Oberstoff und Futter. Die Schulterpolster waren rasch eingenäht (kleine Notiz: mit 1cm Überstand, fixiert an der Schulternaht und mit Spiel geheftet an den Enden des Polsters in der Ärmelnaht), und dann ging’s an das Zusammensetzen von Futter und Oberstoff. Meine Nählehrerin empfahl mir, die beiden Teile an markanten Punkten an den Nahtzugaben zusammen zu heften – also an den Ärmeln, an den Teilungsnähten usw., jeweils mit etwas Spiel in alle Richtungen.

So sieht das jetzt aus:

Sewing Duet: Prokrastination?

Zum Zusammenfügen an den Belegen und am Saum riet sie mir: Per Hand. Hm. Ich habe Bedenken: Ich bin nicht die begnadetste Handnäherin, Maschinennähte gelingen einfach besser. Da nun aber über die Rückenfläche viele Punkte fixiert sind, kann ich das Ganze nicht mehr komplett wenden. Eben deshalb ist der momentane Stand meiner Überlegungen: Ich trenne diese Fixpunkte wieder auf, nähe das Futter mit der Maschine an die Belege (vorne und hinten), hefte die vorher aufgetrennten Punkte wieder zusammen und nähe dann den Saum von Hand – denn dort muss ohnehin eine Falte entstehen, so dass der Futterstoff über die Handnaht fallen würde.

Das ziemlich trubelige, ziemlich schöne Wochenende, das hinter uns liegt, hat mir tatsächlich geholfen, Abstand zu gewinnen und diese Überlegungen wieder vernünftiger zu sehen; nach der letzten Sitzung war ich doch recht aufgedreht, euphorisch und zugleich nervös  – kurz vor Abschluss dieses Nähprojekts, über dessen Ausmaße es sich tatsächlich lohnen würde, noch einmal nachzudenken. Ein „UFO“ wird es nicht werden, dafür bin ich nicht der Typ – im Laufe der kommenden Woche werde ich mich an die Fertigstellung wagen, aber für den Moment möchte ich es noch liegen lassen.

Ganz im Gegensatz zu Sindy, hoffentlich! Hast Du die Paspeltaschen in Angriff genommen? Es ist spannend, zu beobachten, wie so ein komplexes Kleidungsstück Form annimmmt… Die ganze Geschichte zum „Sewing Duet“ findet Ihr übrigens >> hier <<.

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5 Kommentare zu “Sewing Duet: Prokrastination

  1. Wenn du es nicht allzu eilig hast, kannst du auch noch warten, bis ich mein Mantelfutter einnähe und davon im Blog berichte.
    Ich nähe mein Futter komplett mit der Maschine ein, auch den Saum inklusiv Bewegungsfalte. Allerdings solltest du dafür im Augenblick deine Nähte noch nicht auseinanderheften, sonst hast du am Ende doppelte Arbeit 😉
    Bevor ich allerdings mit dem Füttern beginne, müssen noch 6 Paspelknopflócher genäht werden.

    Schick sieht er schon jetzt aus: dein Blazer.

    LG Lucia

    PS: Alles Gute zum Bloggeburtstag 😉

    • Oh, lieben Dank! Eilig habe ich es tatsächlich nicht, da gucke ich mir lieber vorher an, wie’s der Profi löst. Denn eines kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen: Das Geheftete zu lassen und doch das Futter komplett mit der Maschine zu nähen… – Da bin ich gespannt!
      Liebe Grüße
      Catrin

      • Die Heftnähte werden vor dem Einnähen wieder getrennt, aber vorher sind sie sehr, sehr hilfreich beim Anpassen des Futters. Aber wart einfach ab 😉

  2. Da sehe ich mit Freuden mein Lieblingshobby in Deiner Überschrift und dann noch den schönen Blazer …
    Weißt Du, für mich, die ich noch nicht mal ein T-Shirt nähen kann, ist es unfaßbar hohe Kunst, was Du hier fabrizierst, aber auf menschlicher Ebene gut auszuhalten, weil auch Du prokrastinierst. Herrlich.
    Ich geh jetzt die Wäsche auf- und abhängen und sortiere danach den Kleiderschrank des großen Jungen aus. Du merkst: ich müßte eigentlich arbeiten.
    Beste Grüße sendet Nina

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