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Langeweile? Verzweiflung?

4 Kommentare

Wahrscheinlich irgendetwas dazwischen.

Beim Sortieren der Stoffkisten wurde mein schlechtes Gewissen an verschiedene Jersey-Anschaffungen erinnert, deren Verarbeitung ich am liebsten weiter und weiter aufgeschoben hätte… bis zu dem Tag… an dem ich… vielleicht, irgendwann… eine Overlock-Maschine besitze (und bedienen kann). Meine Maschine verfügt zwar über einen Overlock-Stich, und ich besitze auch ein passendes Füßchen – aber das verwende ich eigentlich nur zum Versäubern, um schön an der Kante zu bleiben. Jersey ist nicht zu meinen Lieblingsnähgegenstand avanciert,

1. weil mich diese Overlock-Funktion nie richtig überzeugen konnte,

2. weil mir die Streifenversäuberung am T-Shirt-Kragen, den die Ottobre so gerne für Mädchen-Shirts verwendet, nie gelingen wollte,

3. weil die Halsausschnitte von selbstgenähten Shirts immer zu eng waren – was auf Dauer eher demotivierend ist.

Nun wollten jedoch diese einst gebunkerten Stücke doch sinnvoll verarbeitet werden. Jetzt. Alle Weihnachtsprojekte sind abgeschlossen, aktuell steht nichts an, dann eben auf Zuwachs Vorräte abschmelzen.

Schließlich bin ich auch auf einen geeigneten Schnitt gestoßen; geeignet deshalb, weil er

1. ohne Streifenversäuberung auskommt,

2. qua Design schon über Knöpfe verfügt, also auch das Problem des Durchpassens sich ganz elegant löst…

Das Poloshirt aus der Ottobre 1/2010:

Poloshirt

Das war der erste Streich dieser Verzweiflungsproduktion, hier der aktuelle Stand:

Einmal das Langarm-Jerseyhemd aus der aktuellen Ottobre (6/2011), noch ohne Druckknöpfe:

Jerseyhemd

… und die Pläne für ein weiteres Poloshirt, das bestimmt noch vor Weihnachten fertig wird:

... und noch ein Poloshirt

Drei Jerseystücke harren dann noch ihres Wegarbeitens. Diese Poloshirts sind wunderbar für Jersey-Skeptiker wie mich: Gewebeeinlage auf den Kragen und die Knopfleisten, und schon verarbeitet sich alles wie normaler Baumwollwebstoff.

Was sagen denn die Shirt-Expertinnen unter Euch? Stelle ich mich zu doof an, oder wäre eine Overlock-Maschine tatsächlich eine so grandiose und alles erleichternde Anschaffung, wie ich es mir zur Entschuldigung zurechtlege? Prinzipiell kann man aus Jersey ganz wunderbare Dinge zaubern, und so ein Kindershirt ist auch ratz-fatz genäht, aber mit der normalen Maschine bereitet es nicht wirklich den Spaß, den man sich von einer freiwilligen Freizeitbeschäftigung erwarten würde.

Euch allen ein erholsames und fröhliches Weihnachtsfest!

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4 Kommentare zu “Langeweile? Verzweiflung?

  1. 1. Die Anschaffung einer Overlock ist wirklich eine Riesenerleichterung 😉 Ich mochte den Overlockstich an meiner Nähmaschine auch nie leiden. Irgendwie werden die Nähte damit so fest, kratzig und überhaupt nicht elastisch.
    2. Ich ändere alle Shirts für kleine Kinder ab und arbeite eine aufknöpfbare Schulter ein. Das geht ganz fix, macht auch in der Verarbeitung nicht viel mehr Aufwand, aber der Komfortgewinn ist grandios 😉 Ich hatte ohnehin vor, in den nächsten Tagen mal ein Tutorial darüber zu schreiben. Schau also einfach immer mal wieder vorbei.
    3. Auch dir ein frohes, erholsames Weihnachtsfest.

    LG Lucia

    • Die Shirts sind Dir super gelungen! Der Polokragen gefällt mir wirklich gut. Ganz großes Kino! 😀

      Ich selbst bin seit ca. einem Jahr stolze Besitzerin einer Overlockmaschine und es wirklich eine Riesenerleichterung beim Arbeiten mit Jersey. Vorher habe ich auch immer auf den Pseudo-Overlockstich an meiner normalen Maschine zurückgegriffen und war auch nie wirklich überzeugt.

      @Lucia. Auf dieses Tutorial bin ich gespannt. Wäre lieb, wenn Du Dir die Mühe machst!

      Euch allen ebenfalls frohe Weihnachten und bis demnächst, Anne (die es momentan leider gar nicht an ihre Nähmaschine schafft 😦 )

  2. Hallo, die Shirts sind super geworden! Ich persönlich fand den Overlockstich der normalen Nähmaschine nie schlecht. Seit einem knappen Jahr habe ich jetzt eine Overlock, aber das war eine ganz schöne Umstellung, weil sie ein paar cm vor der Nähstelle schneidet und man immer beide Punkte des Nähstücks gleichzeitig steuern muss. Und sie so schnell ist. Und man alles selber einstellen muss… Kurz: Einiges an Eingewöhnung, aber dann sieht es natürlich innen schon toller aus.
    Die Sache mit der Ausschnitteinfassung löst das aber auch nicht. Die gelingen mir mal besser und mal schlechter. Inzwischen denke ich: Das ist selbstgemacht, das muss so 😉

    • Herzlichen Dank für die ausführliche Beschreibung! Ich denke, ich müsste einfach mal mit so einer Maschine probenähen, um eine Vorstellung davon zu bekommen.

      Was die Einfassung des Ausschnitts angeht: In den Ottobre-Anleitungen schreiben sie von Maschinen mit Bandeinfasser, ich habe das immer mit einer Overlock-Maschine in Verbindung gebracht. Beim Googeln jetzt sehe ich, dass es sich offenbar einfach um ein spezielles Füßchen handelt. Ob’s damit ordentlicher würde?

      Aber eines ist klar: Selbstgemacht ist nicht immer gerade. Und wenn man bei gekauften Sachen genau hinsieht, findet man auch daran Nähte, die so schief sind, dass man sich beim Selbstnähen wohl darüber ärgern würde.

      Lieben Gruß!

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